Foto von loop_oh

Lang lang ist’s her, seit wir das letzte Mal Besuch hatten. Diesen Samstag kam es dann doch mal wieder dazu. Adam aus Australien war zu Gast. Ein netter junger Bursche, der momentan Jura in Berlin studiert war das. Viel zu früh kam er hier in Hamburg an – also mussten wir ihn noch etwas vertrösten, waren nämlich noch nicht aufgestanden.

Später kam er dann mit Kuchen hier an. Supertoller Himbeer-Kuchen. Erstmal frühstückten wir aber gemeinsam. Es gab minibrötchen mit diversen Aufschnittvariationen. Man unterhielt sich kurz, ehe er sich alleine zur Kunsthalle aufmachte. Kevin hatte nämlich Theaterprobe und ich musste mir eine Wohnung anschauen.

Die Wohnung war großartig. Adam kam wieder um seinen Kram abzuladen, eher er das Champions League Finale in einem Pub schauen wollte. Wir aßen also ein Stück Kuchen und verabschiedeten ihn wieder. Ein kurzer Besuch war das anscheinend. Claudia kam später vorbei um mit uns auf eine 80er- und 90er-Party zu gehen. Adam wollte nachkommen, ging vorher aber noch mit einigen Leuten aus dem Pub auf den Kiez.

Pitschnass (weil in der Nähe leider kein öffentliches Verkehrsmittel hält) kamen wir im Café Seeterrassen an. Es war recht leer. Aber das Wetter war auch nicht sonderlich super. Außerdem lief ja das Fußballfinale. Kurze Zeit später trafen wir eine Arbeitskollegin, deren Freunde und auch Adam, auch wenn ich nicht mehr damit rechnete. Eigentlich hielten wir uns ausschließlich auf dem 90er-Floor auf, das war echt super. Nicht so gedrängt voll, aber auch nicht so leer, sodass man sich einsam fühlen müsste.

Mir war gar nicht so bewusst, wie viele dieser »schlechten« Lieder eigentlich aus Europa oder sogar dem deutschsprachigen Raum stammen. Trotzdem kannte Adam viele dieser Lieder. Total verrückt. Man tanzte also so vor sich hin, bis mir jemand frei nach dem Motto »hey now, hey now, hear what I say now: Happiness is just around the Corner« auf die Schulter tippte. Ich dachte so »oh, ich tanze fremde Menschen an und die wollen sich jetzt beschweren«. Nein. Ich wurde gefragt, ob ich Pep kaufen wolle. Wusste nicht mal, was das ist. Recherchen ergaben, dass es wohl sowas wie Speed ist. Ne, wollte ich nicht. Er fragte aber auch quasi jeden auf der Tanzfläche.

Wir waren fast bis zum Schluss auf der Tanzfläche, wollten dann gehen, mussten aber doch bis zum Schluss bleiben, weil ich meine Garderobenmarke verloren hatte. Im Shirt nach Hause fahren war aber nicht so cool. Netterweise bekam ich meine Jacke dann doch, wenn auch als allerletztes. Wir fuhren noch zum Fischmarkt.

Dort lief man so rum. Irgendwann meinte ich, dass es ja auf dem Fischmarkt Frettchen gäbe. Kevin meinte, wenn es welche gäbe, kaufe er eins. Gab aber keine. Ich war verstört. Aber klar: die Frettchen sind noch so jung, dass sie noch auf ihre Mutter angewiesen sind. Natürlich kann man die dann noch nicht verkaufen. Ich wollte Scholle. Wir kauften zwei Schollen. Dann ging’s ab nach Hause und ins Bett. Es war bereits hell.

Adam stand recht früh auf und lief durch die Ausstellungen in den Deichtorhallen. Wir schliefen da schon länger. Irgendwann kam er jedoch wieder und wir bereiteten die Scholle zu. Hatten zwar keine Kartoffeln, aber mit Reis war das auch ganz gut. Erstaunlicherweise ist es ja echt schwer sich da ein Filetstück aus so einem Plattfisch zu schneiden. Adam hatte aber Spaß dran. Fand ich gut, ich stellte mich da nicht so klug an. Meine Aufgabe waren also die Beilagen. War aber lecker.

Lange hielten wir aber nicht aus, der Vortag war einfach zu lang und wir fielen sehr früh ins Bett. Am nächsten Morgen machten Kevin und ich uns fertig, war ja schon Montag und der Alltag hatte uns wieder. Kurz bevor wir los mussten, dachten wir uns »wir sollten vielleicht doch ins Wohnzimmer«. Das weckte Adam natürlich, er sprang auf, machte sich fix frisch um mit uns mitzugehen. All das in zehn Minuten. Echt bewundernswert. Schwupps, war sein Besuch auch schon wieder vorbei. Ging echt fix, war aber ganz amüsant.

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