Am Mittwochabend bekamen wir mal wieder CouchSurfing-Besuch. Diesmal aus Marseille, das liegt in Frankreich – wer mich kennt, weiß, dass das ein großer Schritt für mich ist – zwei Mädels namens Manon und Camille, beide 20 Jahre alt. Wir haben sie, wie bei uns so üblich, vom Hauptbahnhof abgeholt. Lustige Geschichte. Wir stehen am Gleis, bei dem wir sie vermuteten, sahen sie aber nicht, dann riefen wir sie also an und erkundigten uns nach ihrem Standort. Wir wollten zu ihnen kommen, so ganz haben sie das aber wohl nicht verstanden, denn als wir Richtung Mönckebergstraße liefen, sahen wir zwei Mädels mit Schirm vor uns den unterirdischen Gang herlaufen. Wir dachten uns schon, dass sie das sind, aber sie liefen immer weiter. Im Rege haben wir sie aber auf der Rolltreppe eingeholt und uns vorgestellt. Typisch französisch: Küsschen links, Küsschen rechts.

Auf dem Rückweg unterhielt man sich dann ein bisschen, ich hasse Smalltalk einfach, aber naja, muss halt sein. Zuhause angekommen, ein bisschen durchnässt, obwohl wir August haben, bestellten sich die beiden dann eine Pizza, die auch irgendwann nach einer gefühlten Stunde ankam. Kurze Zeit später verabschiedete man sich dann ins Bett und wartete auf den nächsten Morgen.

Ich musste ja zur Arbeit, hab sie also nicht gestört, arbeitete ein wenig vor mich hin und kam dann abends todmüde wieder. Ein bisschen konnte ich mich erholen, ehe die Mädels wiederkamen. Also zuerst schrieben sie uns eine Nachricht, dass sie sich ein bisschen im Supermarkt verlaufen hätten, dann kurze Zeit später, dass sie sich verirrt haben und nicht mehr wussten, welche Hausnummer unser Haus hatte. Aber auch das konnten wir regeln.

Sofort stellten sich die Französinnen in die Küche und machten uns Crêpes. Wir machten nix. Ich komm mir da ja immer ein bisschen komisch vor, aber naja. Nach gefühlten zwei Stunden waren die dann auch fertig. Erst gab es würzige Crêpes, dann süße. Die waren echt gut. Muss man ja mal sagen. Übrigens sprachen die beiden auch Englisch, sogar verständlich. Nur mit dem „H“ haperte es ein bisschen, aber das ist ja bekannt. Camille holte noch weißes Nougat aus ihrer Tasche, supercool! Aber ich hielt natürlich wieder nicht so lange durch. Schlafen war angesagt.

Marseille

Nach der Arbeit am Freitag war ich noch kurz zuhause, ehe wir uns auf den Weg zum DOM machten um uns mit den Mädels zu treffen. Die Sonne schien sogar etwas. Wenn auch nur minimal. Jedenfalls war es trocken. War auch ganz lustig, wir liefen da so übers Volksfest, schauten hier, die Mädels machten ein Foto mit dem Tod, also einem Schausteller, der als Tod verkleidet war. Der war süß, er hatte so einen riesigen Schädel. Weiter ging’s, irgendwann waren wir dann aber auch einmal rum. Da die beiden aber so lieb waren, bei uns abgewaschen haben und so weiter und so fort, haben wir ihnen jeweils ein ‚Hamburg‘-Lebkuchenherz und eine kleine Tüte Hamburger Speck geholt. Kevin hat mir auch noch einen Riegel weißes Nougat geholt, weil er die Tafel der Französinnen ganz alleine gegessen hat. Der Riegel war aber lange nicht so gut wie der aus Frankreich.

Die Bahnfahrt war untermalt mit lauten Mitfahrern, doch zuhause angekommen huschten wir noch kurz bei Rewe rein und holten ein bisschen was zu trinken. Schauten dann daheim noch kurz nach Mails und so, die Mädels auch, dann machten wir noch ein paar Fotos und gingen ins Bett. Die Mädels duschen.

Heute Morgen haben wir dann noch mit ihnen gefrühstückt: Aufback-Croissants aus der Rolle, welche die Französinnen in den Ofen geschoben haben. Die beiden haben sich noch Zwiebelbrot geholt, weil sie dachten, es wäre normales Brot, fanden sie nicht so lecker. Kann ich verstehen, wenn man morgens nur süßes Zeug ist. Naja, gegen kurz nach neun, nachdem sie nochmal abgewaschen haben – wie peinlich mir das war –, verließen sie uns dann und bedankten sich. Man gab sich wieder zwei Küsschen und weg waren sie. Heute Abend treffen wir uns dann mit zwei Schweizern, denen wir ein bisschen den Kiez zeigen wollen und so. Mal sehen, was daraus wird.

Besuch aus Frankreich.
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