Couchsurfing ist lustig, Couchsurfing macht Spaß und man lernt ein paar nette Leute kennen. Zumindest sollte es so sein. Jetzt denkst Du bestimt „Oh Gott, da lief was nicht wie es soll.“, aber nein, es war gaaanz anders. Wir hatten an diesem Wochenende Besuch von zwei Portugiesen. Helder und Pedro. Die Beiden haben ein Erasmus-Jahr in Finnland gemacht und sind nun auf dem Heimweg… über sehr viele Umwege. Wer ihren Weg verfolgen will, der kann das Ganze auf Erasmus – The Way back nachlesen.

Aber wie war es nun mit den zweien? Schön. Sie kamen hier um zirka 18 Uhr mit dem Auto an, an einem Ort, der einen tagsüber eher abschreckt, an: auf der Hamburger Reeperbahn. Naja wir waren gerade Minigolfen im SchwarzLichtViertel, das war ziemlich lustig, auf dem Rückweg nach Hause riefen die beiden uns dann aber an und wir trafen uns am Hauptbahnhof um sie aufzusammeln. Dann redete man sehr viel über dies und das, bis man zuhause ankam. Dort lief Helder sofort in die Küche, öffnete den Schrank und nahm sich ein Glas, ehe er fragte, ob er was trinken dürfe. Macht nichts, er fühlte sich hier anscheinend sehr wohl. Ich mag sowas. Natürlich durfte er was trinken. Duschen durfte er auch. Allerdings ging ihre saubere Wäsche zur Neige, weshalb ich ihnen anbot bei uns zu waschen… mehr dazu später.

Später am Abend trafen wir uns dann mit Patricia, Eileen und Sandra an den Landungsbrücken um den zwei Portugiesen die Schönheit des Hamburger Hafens zu zeigen. Auf dem Weinberg direkt über der U-Bahn-Station. Wir unterhielten uns. Wir lachten. Und wir tranken natürlich Bier. Das Restbier, welches von Kevins Geburtstag noch übrig blieb. Endlich ist es weg! Es war lustig. Sandra schwieg die meiste Zeit, doch als sie dann hörte, dass Pedro „Engineering“ studiert, schrie sie „Scammer“, wir wussten nicht wieso, bis sie dann erklärte, dass diese nigerische Liebesmafia-Mitglieder meistens einen solchen Beruf ausübten. Es gab noch eine kurze Diskussion über Ronaldo und dann war es auch schon spät und wir müde, weshalb wir uns dann auf den Heimweg machten.

Am nächsten Morgen fuhren Kevin und ich mit ein paar Freunden nach Bremen zu Primark um ein bisschen zu shoppen. Ich hab quasi nix gekauft, was ich gut fand. Wieder zurück schaute ich ins Wohnzimmer und sah ein herrliches Bild: die Portugiesen haben gewaschen. Und alles in der Nähe des Fensters irgendwo hingelegt. Hauptsache die Wäsche bekommt Sonne ab. Die Portugiesen waren nicht da, die mussten Sonne tanken um ihren Streifenlook, den sie auf ihrem bisherigen Weg durch Dänemark aufgenommen haben, loszuwerden. Zu Deutsch: sie sonnten sich in Planten un Bloomen. Abends machten die beiden dann für uns Caipirinhas. Sie hatten eine komische Technik: Limetten zerstampfen, in den Shaker schmeißen, nochmal drücken und Zucker rein und überhaupt. Dauerte lange, aber war lecker. Sie wuschen danach sogar das Geschirr ab.

Dann ging es gegen Mitternacht auf den Kiez. Jeder muss hier ja den Kiez sehen, der nach Hamburg kommt. Und natürlich auch einen Sexshop. In diesem Falle die Boutique Bizarre, dem Sexshop, in dem ich noch nie war, der aber am saubersten aussieht und sogar Eintritt kostet. Da war es doch recht lustig. Erstaunlich, was es so für sinnloses oder extrem riesiges Sexspielzeug gibt, einiges davon schmerzt bestimmt riesig. Egal. Fasziniert ging es weiter, Thomas Read war geplant, wurde dann aber aufgrund der fortgeschrittenen Stunde wieder verworfen. Es ging zum Hans-Albers-Platz. Echte Steinofenpizza essen. Die war lecker. Dann weiter zur 99-Cent-Bar um ein Bier zu trinken, vorher aber ein Zwischenstop in der Herbertstraße mit vorausgehenden Diskussionen, wer mit reingeht und wer nicht. Die Portugiesen gingen schlussendlich alleine durch und waren fasziniert, haben es sich aber „schlimmer“ beziehungsweise „intensiver“ vorgestellt – natürlich ist jetzt hier kein Sexualakt gemeint! Kurzum verließen wir den Kiez auch wieder gen Heimat. Pedro schlief immer wieder ein und konnte nicht mal die Antworten auf seine Fragen bekommen ohne wieder einzuschlafen.

Am nächsten Tag – also heute – haben sie dann gepackt, ihre Wäsche war trocken und die beiden abreisebereit. Gegen Mittag haben sie sich hier auf den Weg gemacht und uns angeboten sie auch zu besuchen. Hach ja, so eine Reise nach Portugal wäre schon schön.

Besuch aus Portugal.
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