So. Die Französinnen waren gerade weg, da traf man sich schon mit den nächsten Couchsurfern. Dieses Mal mit zwei Schweizern. Andy (24) und Dominik (35) haben einen Wochenendtrip nach Hamburg unternommen, schlafen im Royal Meridian und wollten ein bisschen was sehen. Kevin und ich waren vorher, also gestern, noch beim Friseur – ja, ich bin nach langer Zeit wieder kurzhaarig –, doch um halb neun traf man sich dann gestern Abend am Hauptbahnhof. Es sollte ein verrückter Abend werden. Zuerst ging es zu Frau Möller, das ist eine Bar in der Langen Reihe. Ich war erst zum zweiten Mal in Hamburgs Schwulenstraße. Dort traf man sich mit Sandra. War ganz nett da. Wir kamen rein, es war supervoll, also mussten wir warten. Kurze Zeit später jedoch wurde ein Tisch frei, den wir nutzen konnten. Ich schmiss also meine Jacke über den Stuhl, dabei fiel meine letzte Bierdose, die Kevin und ich uns zwecks Kiez kauften, auf den Boden und spritzte feuchtfröhlich auf dem Fußboden herum. Jedenfalls saß man dann da und unterhielt sich, verglich Deutschland mit der Schweiz, was teurer ist, was nicht und so weiter.

Gegen halb elf machten wir uns auf den Weg zum DOM, wo man ein bisschen hier rumwanderte, da eine Currywurst aß und scherzte, ehe Sandra die Idee hatte in eine Geisterbahn zu gehen. Boah war das furchtbar! Der Preis von € 4,50 war das gruseligste. Wir saßen da, Sandra hatte erst enorme Angst, doch es war echt so langweilig, kein einziger Schockmoment war gegeben. Schlimm. Eigentlich war es doch lustig. Am Ende konnte man sich Fotos ansehen, das war schon lustig, wie gelangweilt wir da alle nach links gucken. Naja, Geld rausgeschmissen, man ging weiter um dann mit längeren Wartezeiten ins Kir in Altona zu fahren. Das Kir ist laut Sandra immer ein Homoclub. Tja. So ist das. Also vertrauten wir ihr, kamen in Altona an, da sie aber den Weg nicht wusste, haben wir uns ein Großraumtaxi genommen, was natürlich teuer war. Somit haben wir für einen Weg von zehn Gehminuten über zehn Euro bezahlt.

Drinnen dann war leicht merkwürdige Musik, so ein bisschen depressiv. Kein Wunder, heute war da nämlich Gruftinacht. Woohoo. Also haben wir sechs Euro für einen Gruftiabend bezahlt. Zum Glück kannte Sandra die Barfrau, die hat das dann für uns geregelt. Wir bekamen Plastikbecher für unser Bier und das Eintrittsgeld zurück. Es sollte nun in die Fabrik gehen, da war Homoparty. Allerdings bemerkten wir, dass wir dort zehn Euro zahlen sollten, ohne Verzehrgutschein, das heißt wir bekämen nichts für zehn Euro, weshalb wir uns dann doch lieber wieder auf den Weg nach Altona machten um auf den Kiez zu fahren.

Also wieder warten und Bahnfahren. Egal. Um halb zwei haben wir es dann endlich geschafft: Wir konnten tanzen. Verirrt haben wir uns hier in die Talstraße, in die Wunderbar, hier war ich früher schon zweimal, als ich noch nicht wusste, dass ich auch auf Männer stehe, irgendwie hatte ich es aber größer in Erinnerung. Naja egal, da hat es dann doch Spaß gemacht, man konnte sich ein bisschen auspowern. Gegen halb vier wurde ich aber müde, der Fischmarkt stand aber noch auf dem Plan. Wir holten also unsere Sachen von der Garderobe, von Kevin mal abgesehen. Der fand seinen Abholzettel nicht und war fest davon überzeugt, dass Sandra ihm den nie gegeben hat. Das ging ungefähr fünfzehn Minuten lang hin und her, dreimal raus und rein in die Wunderbar, ehe Kevin auf die Idee kam mal in der kleinen Uhrtasche seiner Jeans zu schauen. Da steckte sie plötzlich, obwohl er ja vorher alle Taschen durchsucht hatte und nix fand. Zum Glück, ich hatte echt keine Lust nochmal morgens nach Ladenschluss wiederzukommen.

 
 
 
 

Der Weg zum Fischmarkt war lang, irgendwie auch nicht, man weiß es nicht so genau, jedenfalls war die Zeit natürlich noch doof, die Stände waren um kurz nach vier ja noch nicht aufgebaut, dennoch konnten wir alle ein Fischbrötchen essen und uns noch kurz ans Wasser setzen. Das war angenehm. Ich mag den Hafen. Ich glaube die Schweizer mochten ihn auch. Wirkte zumindest so. Kurze Zeit später, es war ja auch schon spät, ich meine früh, verabschiedete man sich dann. Die Schweizer nahmen ein Taxi, wir gingen zur Reeperbahn zurück um mit der S-Bahn zu fahren. Die Heimfahrt war echt lang, wie immer nach einem Kiezabend, wenn man dann halt von Besoffenen umzingelt und belabert wird. Aber naja, muss man dann halt durch.

Jedenfalls waren die Schweizer echt nett, vielleicht besucht man die beiden ja mal in Bern, ich will ja eh mal eine Städtetour durch Europa machen, da kann man bestimmt ‘nen kleinen Abstecher nach Bern einschieben.

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