Panda Banda im Docks. Der Panda heißt Cro. Banda ist wahrscheinlich dann die Band. Das erste der drei Hamburg-Konzerte stand gestern an. Wir waren dabei. Eileen mit Krücken. Zum Glück mit Krücken, wie sich herausstellte, als wir auf der Reeperbahn ankamen und die Schlange vom Docks bis zur Davidwache reichte. Denn die nette Security-Dame ermöglichte uns dank Eileen freundlicherweise bevorzugten Einlass. Puh. Ewigkeiten in der Kälte stehen wäre auch echt furchtbar gewesen. Aber eigentlich war es klar, immerhin sind alle drei Konzerte restlos ausverkauft!

Das Publikum war sehr jung. Hipster. Sahen alle sehr gleich aus. Wir hatten einen guten Platz ganz hinten oben auf der Empore. Selten habe ich besser gesehen. Es füllte sich rasch, trotz des Scan-Systems, welches bei den Karten angewendet wurde. Es gab nämlich nur einen Scanner und zig hunderte Karten, die gescannt werden wollten. Mit halbstündiger Verspätung fing dann die Vorband an zu spielen.

Panda Gang

Sam hießen die. Zwei HipHopper, die sich selbst sehr geil fanden. Wirkte auf mich zumindest so. Viel von dem, was sie sangen, hab ich nicht verstanden. Der Soundcheck ist wohl alleinig auf Cro ausgelegt. Naja, die waren ganz nett, aber mein Fall war es nicht. Wie immer gab es nach der Vorband eine kleine Umbaupause. Rauchverbote werden in solchen Locations übrigens gerne ignoriert. Juhu, da freut sich das Nichtraucherherz.

Vor uns drängelte sich ein kleiner blonder Junge. Der durfte da aber ruhig stehen. Das Licht ging aus. Buchstaben leuchteten bunt hinter dem Vorhang. Wirre »Dubstepklänge« mündeten in das Intro des Albums. Der Vorhang fiel. Man sah Menschen auf der Bühne. Sie stellten sich als Cro, Psaiko.Dino und Co. heraus. Ich hab keinen Benz vor der Tür, keinen Cent für ’n Bier, doch ich spür, irgendwann wird das anders.

Cro redet gerne. Zwischen den Songs kommunizierte er immer recht ausgelassen mit dem Publikum – fast ein bisschen, wie die Ärzte es tun, halt sehr viel sinnlosen Kram. Aber das mag ich, dass macht die Menschen dort auf der Bühne immer sympathisch.

Man merkt aber, dass Cro – eigentlich Carlo – gelernter Designer ist. Zum ersten Mal bin ich bei einem Konzert wirklich begeistert von den Lichteffekten. Die Farben waren immer und ständig aufeinander abgestimmt. Passend zum Song. Nicht einfach nur wirr bunt, wie es sonst auf Konzerten der Fall ist. Die Bühnenschrift mag ich übrigens auch. Wie auf jedem seiner Kozerte wurde ein Foto gemacht. Von Kiki. Kiki hatte Geburtstag, also wurde ihr ein kleines Ständchen gesungen.

Baby, glaub mir, das Beste bist Du, hey vergiss mal den Rest und hör zu! Hier war das Publikum dann definitiv euphorisiert. War auch gut. Eines der besseren Lieder! Warum? Na ganz klar: weil diese Welt geil ist. Diese Welt ist geil. Ich hab alles, was ich brauch. Und nein, ich will hier nie wieder raus. Solange ich hier bin mach ich das beste draus. Auch hier sang ich inbrünstig mit.

Panda Banda

Es folgten ein paar weitere Lieder, ehe mein absoluter Lieblingshit kam. Baby schau mich an: ich bin ein Rockstar! Kurzzeitige Extase mit wirklich riesigen Luftballons im Publikum. Glitterflitterexplosion beim folgenden Lied. Dann war Schluss.

Zum Glück gibt es aber sowas wie Zugaben. Insgesammt wurden zwei neuere Lieder gespielt: »eine million« (dieses Facebookfanlied) und eins, das ich nicht kannte. Natürlich wurde auch noch dieses leichte Lied gespielt. Wie hieß das noch? Achja: »easy«. Das Publikum sang voller Freude mit. Es folgten Dubsteptöne, das Licht ging nicht an, man wartete also, aber es passierte nichts. Das war’s. Das war ein unerwartetes Ende. Ein »Tschüss« hätte ich eigentlich schon noch erwartet. War aber trotzdem sehr gut!

Da steht ein Panda auf der Bühne.
Wie gut hat Dir der Artikel gefallen?

One Comment

  • Kevin sagt:

    Nicht zu vergessen, meine hochgradige Begeisterung bezüglich meiner Kamera, die du hier kein Stück erwähnst. Digger, was ist mit Foto-Urheberrecht und so 😛 Aber alles in allem hast du recht. Nun zur Ergänzung, wo sich dieses Konzert einordnen lässt. verglichen mit dem Campus Open Air war Mr. Panda deutlich besser zu verstehen und die Songs rockten, lebten aber auch deutlich vom Publikum, welches mitsang. Ansonsten war das Konzert gut und reiht sich nahezu nahtlos hinter den Ärzten, Mumford and Sons, Katzenjammer und vor allem aber Kraftklub in die guten Konzerte ein, wird wohl aber nächste Woche mit an 100% grenzender Wahrscheinlichkeit auch von Jennifer Rostock weiter nach hinten gedrängt.

Leave a Reply