Einen Tag nach der »Konzertpleite« bei den Killerpilzen trauten wir uns wieder  auf ein Konzert. Dieses Mal zu Fuck Art, Let’s Dance ins Molotow. Was soll ich sagen?! Grandioses Konzert. 

Es war der Tourabschluss zu ihrem neuen Album »Forward! Future!«. Natürlich in Hamburg. Immerhin kommen die Jungs aus der Hansestadt. Eine großartige Indie-Pop-Band, die ich schon lange mal live erleben wollte. Gute-Laune-Musik zum Fallenlassen. Einfach toll.

Der Einlass klappte dieses Mal problemlos. Ein Bier konnte man auch recht schnell abgreifen. Ganz entspannt schlenderten wir durch das durchaus ältere Publikum – das Alter der Konzertgäste überraschte mich tatsächlich ein wenig – zum Merchandise. Dort stand ein junger Bursche mit langen Haaren und Bart. Cooles Merch gab es. Hipsterig. Aber schön gestaltet. Leider habe ich schon 3.000 Jutebeutel, die ich nicht nutze. Darum entschied ich mich gegen einen weiteren.

Zurück zur Bühne stellten wir uns in eine Ecke recht weit vorne und harrten der Dinge. Arg rechtzeitig, kurz vor dem offiziellen Beginn ging es schon los. Alter Schwede, was sollte uns da nur erwarten. Blumengemusterte Hipster im übelsten 70s-Style. Die Consolers. Wir rechneten mit ganz merkwürdiger Musik, wurden dann aber mit wirklich gutem, hipsterigen 70s-Pop begeistert. Das erkannte auch das zunächst skeptische Publikum recht schnell.

Während der Umbaupause füllte sich der Club schlagartig mit Menschen. Große Menschen. Kleine Menschen. Junge Menschen. Alte Menschen. Viele Menschen. Es wurde eng in unserer kuscheligen Ecke. Mein erster Gedanke, als es los ging: »Der Bassist ist doch der Kerl vom Merch-Stand!« War er aber doch nicht. Denn ehrlich gesagt war mir bis Samstag nicht klar, wie Fuck Art, Let’s Dance überhaupt aussehen.

Ging direkt gut ab. Gefühlt war die Band in ihrer eigenen Welt – insbesondere der Sänger. Wie er abging, als würde er alleine mit einer Bürste als Mikrofon vor dem Spiegel performen. Richtig gut. Hat einen direkt mitgenommen. Da störte mich nicht mal mehr der kleine Brusche mit dem Oberlippenbart vor mir. Der Bart stand ihm übrigens überhaupt nicht.

Übersleep. Menthol. Fake Love. The Conqueror. Those Dancing Days. Es war einfach großartig. Ich habe ein wenig die Menschen um mich herum vergessen. Ich schwebte in meinen eigenen Sphären. Irgendwann jedoch entschieden wir uns dennoch dazu, uns weiter hinten zu drapieren. Denn trotz der eigenen Welt fühlte ich mich ganz vorne immer weiter in die Enge getrieben. Der größere Abstand zur Bühne minderte den Spaß an der Band aber keinesfalls.

Trial & Error. Die Zugabe war grandios! Der ganze Club war mucksmäuschenstill. Sowas habe ich noch nie erlebt. Warum? Nur dann ging es los. Und ehrlich gesagt war das die beste Zugabe, die ich je erlebt habe. Akustisch. Ohne Mikrofon. Darum musste es auch so still sein. Gänsehaut. Ohne zu übertreiben: das war wirklich grandios!

Sollten die Jungs irgendwann mal in Deiner Nähe sein: geh hin! Dringend! Lohnt sich!

Trial & Error.
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