Das Bett dreht sich, der Schädel brummt. Wie bin ich eigentlich nach Hause gekommen? Was sind das für Stempel auf meiner Hand? Erst mal ’nen kräftigen Schluck Wasser konsumieren. Oh die Kohlensäure sticht aber im Hals. Nochmal hinlegen. Wie geht’s mir nur? Vielleicht sollte ich frühstücken.

Katerfrühstück. Man muss sich vielleicht etwas überwinden – allein schon, aus dem Bett zu krabbeln – aber so ein Katerfrühstück bringt einen schon nach vorn! Aspirin hingegen gar nicht. Das dehydriert den ohnehin schon ausgezehrten Körper nur noch mehr! Und darauf kann man echt verzichten.

Vielleicht muss man sich ein wenig zum Frühstück überwinden. Besonders zur Vorbereitung. Aber vielleicht findest Du ja jemanden, der das für Dich übernimmt. Oder Du bist so ein netter Mensch, das Du das für jemanden übernehmen willst! Das wäre natürlich superlieb!

Beginnen wir mit dem Rührei. Volltrunken, aber auch verkatert überfallen einen Gelüste nach Deftigem. Warum? Ganz klar: das bringt den Mineralhaushalt auf Trab. Das ist auch bitter nötig, denn Mineralien braucht der Körper nach exzessiven Alkoholgenuss dringend!

Den Bacon braten wir schön knusprig in einer Pfanne ohne Öl an. Anschließend werden im restlichen Fett die in Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln angebraten. Währenddessen können alle anderen Zutaten zusammen mit den Eiern verquirlt werden. Diese Eimasse geben wir nun ebenfalls in die Pfanne und warten darauf, dass es gar wird.

Zu einem richtigen Frühstück gehören natürlich Brötchen. Gemeinsam mit fettigem Lachs sind sie der perfekte Energielieferant. Gleichzeitig steuern wir mit dem Lachs gegen den Alkohol an. Denn Alkohol ist lipophil, das bedeutet, dass er sich an Fett bindet. Honig sollte bei einem Katerfrühstück auch nicht fehlen. Denn der enthaltene Fruchtzucker hilft den leeren Energiehaushalt aufzufüllen und begünstigt den Alkoholabbau. Außerdem enthält er Vitamin C, das ist gut für die Leber!

Die Kopfschmerzen komme in erster Linie durch Dehydrierung. Um dieser entgegen zu wirken, ist Wassermelone Dein bester Freund! Frisch, lecker und reich an Wasser und Vitaminen, genau das richtige! Wasser befriedigt einen meistens nicht, wenn man richtigen Brand hat. Fruchtsäfte kleben den ohnehin schon pappigen Mund noch mehr zu. Melone hingegen ist die perfekte Mischung zwischen Erfrischung und Geschmack!

Nun ja, um Deinen Wasserhaushalt möglichst effizient und schnell wieder aufzufüllen, solltest Du Flüssigkeit auf unterschiedlichste Weisen zu Dir nehmen! Daher auch noch Tomate-Mozzarella: beides ist bekanntlich sehr saftig.

Vitamine! Du brauchst Vitamine, wenn Du verkatert bist! Da hilft ein frisch gepresster Zitrussaft! Ein Mix aus diversen Zitrusfrüchten bietet die perfekte Vitamingrundlage. Eine Vitaminbombe ohne gleichen also.

Wer will morgens schon auf seinen Kaffee verzichten? Katerverstimmt bekommt man seinen Kaffee allerdings wirklich schwer runter. Darum schlage ich Eiskaffee vor! Warum? Ganz einfach: jeder weiß, dass Alkohol einem ordentlich von innen einheizt. Der Brand will am nächsten morgen erstmal gelöscht werden. Das ist auch der Grund dafür, dass man sich nach einer kalten Dusche direkt fitter fühlt: der Großbrand ist gelöscht!

Wenn Du Dich trotzdem noch unwohl fühlst: Milch und Tee beruhigen den Magen ungemein, daher solltest Du beides auch in rauen Mengen zu Dir nehmen – Milch auch gerne als Kakao, Tee wiederum gerne mit Honig gesüßt!

Solche Tipps wie »Rollmops« oder »Gurkenwasser« mögen theoretisch vielleicht helfen, aber der Geschmack macht einem da meistens einen Strich durch die Rechnung und es geht einem noch schlechter als vorher. Daher rate ich davon ab.

Sollte Dir das aber alles nicht helfen, hilft vielleicht das altbekannte »Konterbier«. Nicht schön, aber effizient. Allerdings solltest Du Dir dann wirklich Gedanken über Deinen Alkoholkonsum machen!

Vielleicht probierst Du es also vorher nochmal damit, Dich in die Sonne zu setzen. Frische Luft und Sonnenlicht hilft einem nämlich auch sehr gut zu regenerieren.

Katerfrühstück.
4.00 (80%) 5 Bewertungs

One Comment

  • Auch als absolute Abstinenzlerin war der „Kater“ in meinen Augen schon immer auch ein faszinierendes Problem. Nicht zuletzt deshalb habe ich selbst einmal über die biochemische Seite des Katzenjammers – die Entstehung eines solchen und seine Auswirkungen auf den Körper – gebloggt:

    http://www.keinsteins-kiste.ch/biochemischer-katzenjammer-alkohol-im-stoffwechsel-und-wie-man-ihn-wieder-los-wird/

    In der Ultrakurzfassung: Ein Kater entspricht im Prinzip einer Vergiftung – und die tritt letztlich auch bei einer Magen-Darm-Grippe auf. Daher entspricht die sinnvollste „Behandlung“ eines Katers in meinen Augen der Behandlung eines Magen-Darm-Infekts: Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten sowie Schonkost.

    Deswegen bin ich skeptisch gegenüber Milch und Milchprodukten im Zusammenhang mit einem Katerfrühstück – die machen nämlich der Verdauung der meisten erwachsenen Menschen gehörig zu schaffen (einige vertragen sie sogar gar nicht) und sind auch bei einem Infekt zu meiden. Wassermelonen,Tee und etwas Honig klingen hingegen nach guten Ideen.

    Letztlich wird das Katerfrühstück aber ohnehin erst sinnvoll, wenn man es bei sich behält. Das gilt auch für Aspirin und andere Medikamente (bei welchen mir übrigens die Reizung der Magenschleimhaut und der Abbau über die strapazierte Leber problematischer erscheinen als eine mögliche weitere Dehydrierung).

    Und was das Binden von Ethanol durch fetthaltige Lebensmittel betrifft: der Trink-Alkohol ist nicht nur lipophil, sondern ebenso hydrophil, d.h. er mischt sich nicht nur mit Fett, sondern auch (und das unbegrenzt) mit Wasser. Kann eine „Extraktion“ von Alkohol aus dem Verdauungstrakt – ganz davon abgesehen, dass er sich zum Zeitpunkt eines Katerfrühstücks zum allergrössten Teil nicht mehr dort befinden – durch Fette überhaupt funktionieren? Hast du dazu eine Quelle? Die würde mich interessieren :).

    Liebe Grüsse,
    Die abstinente Chemikerin Kathi

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