Mittwoch. Mich verschlägt es nach Lüneburg. Zum Einklang des lunatic Festivals. Mal sehen, was da so los ist. Spielwiese. Limonade konnte man dort selbst zubereiten. Musik spielte. Hirngespinste hingen an Fäden. Kordeln wurden gedreht. Zirkuszelt. Bier. Es gab sogar cooles Backyard Summer Ale. Man trank eins. Die Sonne schien. Kinder malten Bilder aus. Mädels prägten Buttons. Papier wurde gegossen. Textilien bedruckt. Kinder zu Schmetterlingen geschminkt. Ein guter Vorgeschmack auf das folgende Festival.

Freitag. Ich fuhr abermals nach Lüneburg. Dort traf ich mich mit Jan, wir bereiteten unser Schlafgemach vor. Tatsächlich waren wir so früh auf dem Campus der Leuphana Universität, dass wir nicht mal lange am Bändchenzelt anstehen mussten. Derbe gut! Bändchenkontrolle am Einlass war auch eher lasch. Ich war hungrig! Handbrot.

Champignon-Handbrot ist immer das beste, hätte ich auch wieder nehmen sollen. Allerdings war ich neugierig, wie das Lauch-Brot wohl schmeckte. Das Festival ist nämlich rein vegetarisch – natürlich, beim hipsterigsten Hipsterfestival überhaupt –, also gab es keinen Schinken. Ich hätte bei Pilzen bleiben sollen. Dem Lauch fehlte etwas Biss. War trotzdem okay.

Wir setzten uns mit einem Drink (Lemonaid+Vodka)  auf Lemonaidkastenbänke und harrten der Dinge. Gold Roger eröffnete den musikalischen Fesitvalpart auf der Spielwiese. Der Freitag war der HipHop-Tag. Ich fand den nicht so gut, aber HipHop ist auch nicht ganz mein Ding, von daher war’s okay.

Tice hingegen fand ich eher semi bis schlecht. Die spielte nämlich danach auf der Hauptbühne. Währenddessen diskutierten wir mit Jannik, ob er noch ein Ticket bekommt oder nicht. Nach vielem hin und her, hatte er dann eins. Wir trafen uns mit Lea und Fenja. Lea cremte mich erstmal ein damit ich mir keinen Sonnenbrand hole.

Überall Kunst. Nicht immer hat man den Sinn dahinter verstanden. Luftballon-Installationen. Live-Grafitti während der ganzen Zeit an verschiedenen Orten und noch viele weitere Dinge, die erst während des Festivals entstanden oder installiert wurden. Die Festival-Gestaltung lebt also während der ganzen Zeit!

Erstmal zu Penny, bevor es wieder aufs Festivalgelände ging. Wir kamen pünktlich zu Retrogott und Hulk Hodn. »Du sagst, Du bist schwul, wie meinst Du das?«. Beste Frage der Welt. Es gab hier eine Schnapskarre, das ist ja genau mein Ding! Voll cool, auch die Karte war amüsant gestaltet. Jedenfalls hat der Hodn uns nicht überzeugt, mit seinem Anglerhut auf’m Kopf.

»Lasst mal in das Fotomobil!« Gesagt, getan. Schwups machten wir Fotos im Fotomobil, die wirklich gelungen sind. Das gefiel mir. Ein weiterer Drink durfte nicht fehlen. Dann riet uns jemand, den Tönen von Moglebaum zu lauschen. Die spielten auf der Spielwiese. Taten wir. Echt gut. Man konnte ein wenig tanzen und erstaunlicher Weise war das gar kein HipHop, sondern Electro. Echt cool.

Lunatic Fotomobil
Lunatic Fotomobil
Lunatic Fotomobil
Lunatic Fotomobil

Jannik hat es auch endlich geschafft. Wir spazierten kurz umher und machten einen Zwischenstop bei der Schnapskarre. Nebenher spielte Chefket. Der gefiel uns wieder. Wir setzten uns auf die Wiese, lauschten ein wenig, ehe wir uns in die Menge wagten. Ich mag Konzerte draußen bei Tageslicht irgendwie. Im Anschluss verschlug es uns wieder nach draußen.

Einkaufen und ein bisschen rumsitzen. Ich saß mit Jan noch eine weile länger rum als die anderen. Bei Genetikk saßen wir auf der Weltenblume. Das sind Sitzgruppen aus Europaletten im Sand. Genetikk kannte ich immerhin, eine von zwei Bands, die ich kannte. Das war dann auch schon der erste Tag.

Lunatic Panorama

Samstag. Der Tag begann mit einem dekadenten Frühstück und ging weiter mit einem Eis in der Stadt, ehe es Jan und mich um kurz nach drei aufs Festivalgelände verschlug. Es spielten Bergfilm. Die mochte ich zufällig. Verrückt ist eh, dass ich kaum Bands kannte, dafür hab ich viele tolle neue Bands kennengelernt! Allerdings waren Bergfilm in ihrer Kommunikation mit dem Publikum etwas hölzern, naja, müssen ja auch nur singen. Das war okay. Nebenher tranken wir ein Summer Ale. Die Sonne traute sich noch nicht ganz heraus. Das war auch okay.

Nach kurzer Zeit schlenderten wir zum Selfmade-Lemonaid-Stand und pressten uns eine ursaure Limonade. Lecker, aber das Gesicht musste man trotzdem verziehen. Mehr Wasser, mehr Zucker und weniger Limetten wären wohl angebrachter gewesen. ich traf Wiebke, die hab ich zuletzt auf dem Hurricane 2011 gesehen. Man unterhielt sich kurz.

Intergalactic Lovers konnten wir leider nicht sehen, weil wir uns da mit Jannik und Lea trafen, schade, die wollten wir eigentlich sehen. Vorher aßen wir noch einen Burrito. Während Krahnstøver entdeckten wir die schon erwähnte Kunst. Einen Holzlattengefängniswürfel, einen Kunstwürfel und die 360° Bühne, auf der eine ganz schlimme Gruppe performte.

Wahrscheinlich war das eine Impro-Theatergruppe, aber gut fanden wir das nicht. Sie sangen über LüPi. Unmelodisch und schief. Aber Kunst liegt immer im Auge des Betrachters. Sagt man doch, oder? Wir schämten uns jedenfalls fremd. Auf einer Matratze, die daneben lag, nahmen wir dann Platz. Dazu gab es Blutorangen-Lemonaid mit Gin, ein gutes Getränk.

Torben kam zu uns und begrüßte Felix überschwänglich. Die beiden schnackten eine Weile über Menschen, die sie kennen und Situationen, die sie erlebten. Irgendwann bemerkte er aber, dass Jannik gar nicht Felix ist und ihn auch eigentlich nicht ernst genommen hat. Wir fanden es spaßig. Torben – ohne »h«! – eher nicht so. Es verschlug uns abermals zu Penny, man traf Menschen und tratschte ein wenig.

Balthazar nahmen wir noch kurz mit, aber von weiter weg, sodass wir nur ein angenehmes Grundrauschen vernahmen. Schlecht sind die allerdings nicht. In erster Linie wollten wir aber Herrenmagazin sehen. Die waren wirklich gut, ich hatte Spaß, tanzte ein wenig, Lea und Jan tanzten mit – bzw. standen mit in der Meute –, Jannik sah sich die Show entspannt vom Sofa neben der Bühne an.

Rangleklods. Niemand von uns hat bisher was von denen gehört. Man malte sich nicht das coolste Konzert aus, doch wir wurden eines besseren belehrt. Die waren richtig gut. Elektronische Hipster-Indie-Tanzmusik, zu der man ziemlich gut feiern konnte. Wirklich gut, die sollte man sich merken, die wollen gefallen. Leider war eine Zugabe nicht drin. Um elf war das Festival dann also vorbei. Schade, ziemlich kurz. Und anders als die Festivals, auf denen ich bisher war. Ich musste nicht Zelten, das ist definitiv ein Vorteil ohne gleichen! Herrlich.

In der Garage – einem Club – sollte die After-Show-Party stattfinden (am Freitag auch schon, aber wir waren zu fertig dafür). Vorher schauten wir noch auf einer Privatparty vorbei. Komisch Party. Es gab keine Musik, der Gastgeber, den ich nicht kannte, war komisch, wir flüchteten recht schnell. Das war’s dann wirklich, für die Garage war’s dann nämlich doch schon zu spät, der Abend endete mit einem Döner.

Ob ich nochmal hingehe? Bestimmt. Ich fand’s toll, das Wetter war hervorragend. Das wird nächstes Jahr bestimmt wieder so sein! Großartig fänd ich’s aber, wenn dann wieder bekanntere Künstler dabei wären, dann ist man nicht nur für die Stimmung, sondern auch für Bands, die man mag da, dann lohnt sich das gleich doppelt!

Also dann bis nächstes Jahr.

Spielwiese. Hirngespinste. Lunatic.
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