»Hör Dir das mal an, entweder Du findest es richtig gut oder richtig doof!«, sagte ich zu Lea. Fünf Minuten später ihre Reaktion »Ich find die mega, lass zum Konzert gehen!« Gesagt. Getan. Einen Tag später standen wir pünktlich vorm Kleinen Donner in der Schanze um uns Rabaukendisko anzuschauen!

»Pünktlich« hieß in dem Fall zwei Minuten vor Einlass. Die Türen waren also noch zu. Naja, haben wir uns mit der Anreisezeit wohl etwas verschätzt. Also zogen wir uns am Kiosk nebenan noch ein Bier. Lea hat spontan mit Leuten angeschnackt, dann sind wir aber doch zeitnah rein. Man kann ja drinnen auch noch ein Bier zu sich nehmen!

Das taten wir natürlich auch. Wir standen am Tresen. Wo auch sonst. Ein Astra. Ein Beck’s. Lea war ganz fasziniert, dass die Band hier schon durch die Räumlichkeiten stromerte. Aber warum auch nicht? Es war noch erstaunlich leer. Okay. Es war auch früh. Hoffentlich füllt sich der Laden hier trotzdem noch. Ich selbst hab ja auch nur durch Zufall mitbekommen, das die Jungs in Hamburg sind – passiert mir in letzter Zeit irgendwie häufiger. War bei OK Kid neulich nicht anders.

Nach dem zweiten – eigentlich war es schon das fünfte – Bier stand plötzlich so ein Jungspund in einer ziemlich coolen Jacke hinter den obligatorischen Bügelbrettern. Huch, was wollte der denn da, der war ja vielleicht Vierzehn. Tja. Das war der Support-Act. Er klappte sein MacBook auf und legte los. Aha. Ein DJ. Wir drängten uns weiter nach vorn. Haha. Nein, eigentlich nicht. Wir standen nämlich schon ganz vorne. Hui. Der war aber ziemlich gut. Der konnte was. Und er hatte sichtlich Spaß an dem, was er da tat!

Wir tanzten ein bisschen zu den Elektroklängen, die der Kleine da oben auf der Bühne zusammen mischte. Das war nämlich sehr tanzbar. Irgendwann muss natürlich auch der beste Support von der Bühne verschwinden. Lea wollte rauchen und fragte den Barkeeper höflich, ob man hier rauchen dürfe. Durfte man. »Habt ihr ’nen Aschenbecher?!« – »Fußboden bitte!« Ja, so kann man das natürlich auch lösen.

Rabaukendisko kamen auf die Bühne. Die Leute stehen Schlange, aber leider nicht bei den Jungs. Die Stimmung ist im Keller, dennoch sind sie heut am Start! Also naja, ist inzwischen doch etwas voller geworden. Ein Glück. Man konnte sich aber noch bewegen. Noch besser! Dennoch glaube ich, war es im Februar voller. Die Stimmung war natürlich trotzdem keinesfalls im Keller!

Die Luft wird knapp. Alles dreht sich. Doch Du veränderst nichts. Warum läufst Du im Kreis? Der Klügere kippt nach! Unser Sichtfeld benebelt! Planlos in die Nacht. Das ist das Motto. Oder so ähnlich. Plötzlich wird der Pfeffi rumgereicht, der eben noch auf der Bühne stand. Ist ja fast familiär hier. Schön. Wir gehen Hand in Hand. Bis zu guter Letzt! Und genau so lange dreht der Orgelspieler noch sein Lied!

Alle anderen sind Schuld! Das ist nur dein Alibi. Nur Du nicht! Lea wird abgeklatscht. Zack hat sie die Hand an der Flasche. Pfeffi! Das Ergebnis Deiner Sinnesreise: Schizophrenie! Ein kurzer Augenblick und alles ist vorbei. Nur eine Sekunde, bin vogelfrei. Alles ist so verschwommen. Ernsthaft auf der Suche nach dem einen letzten Beck’s. Ich will zuhause sein. Bevor es dunkel wird!

Da es schon dunkel ist, schaff ich das wohl nicht mehr. Läuft bei mir. Entweder so oder so. Entweder high oder low. Entweder Cash oder broke. Ich tanze. Nebenbei versuche ich Fotos zu machen. Klappte nicht so wirklich gut. Naja egal. Tanzen geht vor. Konfettibombe, Yeah. Pushkinflasche: ex! Also als Vater hätte ich mich sicher eingemischt.

Die Welt steht still. Zumindest für diesen einen Moment. Einfach mal den Kopf ausschalten. Eintauchen. Treiben lassen. Ungefähr das hab ich gestern gemacht. Nicht viel nachgedacht. Oh. Vielleicht lag das auch an dem Pulli mit der Aufschrift »Stop thinking«. Das sollte ich noch einmal erörtern, ob da ein Zusammenhang besteht.

942 Fotos auf der Kamera. Mein Akku leer. Das Display gesprungen. Ich bin 1.000 Jahre jung! Nach der Show hab ich die Tanzfläche betreten. So wenig Tag und noch so viel Nacht. Klar will ich Tequila! Schluss. Aus. Vorbei. Erstaunlich wie laut so wenige Menschen nach einer Zugabe rufen können. Und natürlich nach zwei kleinen Wölfen.

Es gab auch eine Zugabe. Sie bestand aus ganzen vier Songs! Den ersten kannte ich gar nicht. Huch. War rockig. Gefiel mir ziemlich gut. Das muss ich dringend noch rausfinden, was das für ein Song war! Aber ich habe keine Lust. Kannst Du bitte nach Hause gehen? Hab eh keine Ahnung, was die erzählen. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich nicht weiß wohin.

Man tritt sich an den Wurzeln ja die Pfoten krumm. Genau genommen waren die beiden Wölfe nur eine halbe Zugabe. Der Song wurden fast komplett vom Publikum performt. Natürlich mit musikalischer Unterstützung von Chris S. und Chris B. Nur Chris K. hat sich zurückgehalten. Das war’s jetzt aber wirklich. Wir tranken unser Bier aus und wollten gehen. Oben wurden wir jedoch aufgehalten!

»Du bist doch dieser Blogger!«, wurde mir zugerufen. Huch. Ja. Bin ich. Unangenehm. Leute erkennen mich. Es war die Freundin von Chris K. Und plötzlich schnackte mich noch die eine Freundin von Chris S. an, die letztes Mal alle drei für das Foto zusammengesucht hat. Chris S. rief mir da auch schon von weitem zu, dass er sich an mich erinnere. Ich tat das einfach so ab, bis er meinte: »Du bist doch der mit den Leuchtschuhen!« Oh. Er erinnerte sich tatsächlich an mich. Haha. So viel Fame an einem Abend habe ich auch noch nicht erlebt.

Endlich hat sich auch das Rätsel um den DJ geklärt: er ist vor kurzem 18 geworden und Chris K.’s kleiner Bruder! Dann verabschiedete sich die Band in die Nacht. Wir auch. Machten aber nochmal kurz halt in der Pommesbude. Anschließend nochmal bei McDonald’s. Galant trug ich dort unser Tablett vor die Tür und noch weiter. So lief der Abend dann langsam aus. Schön war’s wieder.

Und ehrlich: Wenn Du in Hamburg wohnst, hast Du echt was verpasst! Rabaukendisko im Kleinen Donner waren GROSS-AR-TIG! Ganz viel Liebe!

Der Klügere kippt nach!
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