Foto von Nebulous81

Zu Weihnachten gönnten wir uns mal was Teureres: die neue Konsole aus dem Hause Nintendo, die Wii U. Erstaunlicherweise war sie nirgends ausverkauft. Das habe ich bei der »normalen Wii« zum Launch noch anders in Erinnerung. Da ergatterte mein Dad mir noch mit diversen Tricks in Berlin eine zum Weihnachtsfest. Man ist das lange her.

Die Verpackung ist recht hübsch gestaltet, hübscher als bei der Wii. Wir haben uns natürlich für die Premium-Variante entschieden. Die hat eine 20 Gigabyte Festplatte und es liegt das Spiel »Nintendo Land« bei. Außerdem ist sie schwarz. Schwarz wirkt eh viel schicker als Weiß. Leider sieht man da drauf nur jeden Fettfinger. Naja, putzt man sie halt öfter.

Das erste, was mir beim Auspacken aber auffiel: das HDMI-Kabel hat eine Länge von nicht mal zwei Metern. Das Kabel der Sensorleiste ist aber gefühlte zehn Meter lang. Rein logisch betrachtet sollte aber beides fast den gleichen Weg von der Konsole zum Fernseher zurücklegen. Sonst wäre da irgendwas faul. Jetzt steht die Wii U aufgrund des kurzen HDMI-Kabels allerdings nicht am alten Platz der Wii. Naja, ich dekorier ja eh ab und zu gerne um.

Nachdem alles angeschlossen war standen wir vor dem nächsten Problem: wie übertragen wir die Daten der Wii auf die Wii U? Der Wii U »Onlineshop« ist noch recht unübersichtlich. Irgendwann, dank der Hilfe dieses ominösen Internets haben wir aber herausgefunden, welche Dinge wir alle runterladen müssen.

Zwei Kanäle mussten runtergeladen werden. Einer auf der Wii, einer auf der Wii U. Beide heißen aber komplett unterschiedlich. Etwas kompliziert war es also schon. Beide Wiis müssen mit dem Internet verbunden sein, man braucht eine SD-Karte, die man hin und her stecken muss und Geduld noch dazu. Niedlich ist aber die Animation, die während der Datenübertragung abläuft: kleine Pikmins, die die Datenpakete von Planet 1 zu Planet 2 tragen.

Gefühlte fünf Stunden später konnte man dann mal spielen. Nee doch nicht. Erstmal ein neues Mii erstellen. Und mit dem Miiverse verbinden. Und warten. Das Betriebssystem der neuen Nintendo-Konsole ist enorm langsam. Und das Laufwerk enorm laut. Kann auch der Lüfter sein. Irgendwann war aber auch das geschafft. Jetzt konnte man sich an »Nintendo Land« wagen.

Das Spiel ist ganz niedlich. Etwas nervig zu Beginn, weil einem natürlich wieder alles erklärt wird. Jede kleinigkeit. Dann spielt man aber mit seinem Mii die verschiedenen Nintendo-Klassiker nach. »Metroid«, »The Legend of Zelda«, »Pikmin« oder »Luigi’s Mansion« sind nur einige von ihnen. Das Spiel ist echt liebevoll gemacht. Ganz süß und gut um das Gamepad etwas kennenzulernen.

Im Endeffekt ist dieses Gamepad aber nur ein überdimensionaler Controller mit Bildschirm. Auf Dauer etwas unhandlich. Ich kann nur mit Anstrengung alle Knöpfe drücken. Allerdings: die, die ich nur schwer erreiche brauchte ich auch bis dato quasi gar nicht.

Das Potential des Gamepads wird aber noch nicht ausgeschöpft. Die Geisterjagd aus »Luigi’s Mansion« ist damit allerdings schon cool. Derjenige, der das Gamepad hat, spielt den Geist und sieht alles und jeden. Er muss die Geisterjäger erschrecken. Die Geisterjäger sehen auf dem Fernseher allerdings den Geist nicht, müssen ihn aber fangen. Das ist cool, aber ansonsten… ist es halt ein schicker Game Boy, der zu einer stationären Konsole gehört. Ich hoffe aber, dass noch Spiele dafür entwickelt werden, die das – wie ich finde recht große – Potential nutzen. Besonders bei einem neuen Zelda-Teil kann ich mir so viel damit vorstellen.

Es gibt übrigens nur ein Gamepad pro Konsole. Alle anderen Spieler spielen mit den altbekannten Wiimotes. Jetzt fiel mir dann doch auf, dass eine schwarze Wii U eher uncool ist. Immerhin brauchen wir nun neue Wiimotes und Nunchuks. Die alten sind weiß, passen also somit nicht mehr zur Konsole. Naja, holen wir uns wenigstens die, in denen WiiMotion Plus schon integriert ist.

Etwas cooles hat dieses Gamepad aber noch: man kann den Fernseher damit bedienen, man braucht also beim Zocken nicht mehr die Fernbedienung um sich rumliegen haben, weil man das ja alles über das Pad steuern kann. Ganz cool. Besonders wenn die Batterien der Fernbedienung chronisch leer sind.

Woran Nintendo aber auch noch arbeiten muss ist die Handhabung des Wii-Kanals. Es ist sehr umständlich Wii-Spiele zu spielen, da man in dem enorm langsamen Wii U-Kanal erst den Wii-Kanal auswählen muss um dann dort den Disc-Kanal zu starten. Es wäre schön, wenn man diese beiden Kanäle noch irgendwie zusammenführen könnte. Weiterhin stört es mich tierisch, dass man keine GameCube-Spiele mehr auf der Wii U spielen kann. Erst im Nachhinein erfuhr ich, dass dies bei den neueren Wii-Konsolen schon nicht mehr möglich war. Jetzt muss ich mir noch einen GameCube holen um die ganzen alten coolen Spiele zu spielen.

Kurze Zeit später holten wir uns noch die beiden anderen coolen Spiele, die zum Launch der Konsole erschienen: »New Super Mario Bros. Wii U« und »Assassin’s Creed 3«. Endlich mal ein »Assassin’s Creed«, das ich auch spielen kann. Das Spiel ist super. Liebevoll gestaltet. Mit enorm langer Spielzeit. Ich mag es. Es ist echt gut. Kann ich nur empfehlen.

Das neue Mario-Spiel hingegen ist halt in gewohnter Mario-Manier. Nach rechts laufen. Auf Gegner hüpfen. Münzen sammeln. Eigentlich ist es »New Super Mario Bros. Wii« mit neuem Namen. Schon etwas anders – es gibt jetzt Baby-Yoshis und man kann mit dem Gamepad kleine Hilfestellungen leisten –, aber im Endeffekt nichts weltbewegend Neues. Ein solides Spiel, mit dem man nicht viel falsch machen kann. Allerdings wirkt es durch die Gamepad-Hilfen leichter als der Vorgänger.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Wii U eine schicke Konsole mit tollen Gimmicks ist. Sie hat ein großes Potential, welches jedoch noch nicht genutzt wird. Hoffentlich ändert sich das bald. Am Betriebssystem muss noch gefeilt werden. Die Grafik kann aber durchaus mit den anderen aktuellen Konsolen auf dem Markt mithalten. Das lässt in Zukunft auf viele tolle Titel für Nintendos neue Konsole hoffen, die nicht nur aus Minispielen bestehen.

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