Dieses Mal war es mit dem Couchsurfing-Besuch etwas komisch. Nicht, weil er nicht nett war, sondern ein bisschen verplant. Ich musste am Montag ja arbeiten, Tom, er ist 21 und studiert Chemie in Oxford, kam hier um 16 Uhr am Hauptbahnhof an und Kevin wollte ihn, wie jedes Mal, abholen.

Nun ja, es verhielt sich so, dass Tom Kevin keinen Treffpunkt nannte, was dazu führte, dass Kevin verplant am Hauptbahnhof rumirrte und mir wirre Nachrichten schickte mit der Frage, was er denn nun machen solle. Sie trafen sich natürlich nicht. Tom ging aber in ein Internetcafé, wo er schon einige Nachrichten von Kevin via Couchsurfing erhalten hat. Somit ging doch noch alles gut aus und Tom kam bei uns an. Als ich dann nach Hause kam stand er mit Kevin in der Küche und machte einen Gnocci-Salat. Der war in Ordnung, aber nicht weltbewegend. Weiterhin wurde man sich allmählich warm und unterhielt sich und so weiter. Plante für Tom die nächsten Tage. Abends ging man dann schlafen.

Am nächsten Tag musste ich wieder früh raus, zur Arbeit, vergaß mein Portemonnaie und hatte nicht Mal was zu Essen mit. Naja. Ich arbeitete so vor mich hin, plante ein Event – ich bin Graphiker, wollte ich noch einmal angemerkt haben – und plante nebenbei auch noch den Abend. Wir trafen uns um 20 Uhr mit Isi und Alex in der Langen Reihe. Geplant war eigentlich Frau Möller, aber das war proppenvoll, sodass wir auf’s Gnosa umschwenkten. Dort laberte man ein bisschen über dies und das, Isi und Alex aßen was, Kevin und ich hatten schon zuhause gegessen. Um halb neun schrieb Tom, dass er jetzt gleich bei uns zuhause wäre. Super. Er wusste, dass wir wegfuhren. Also holten wir ihn zu uns, Kevin traf sich mit ihm am Schauspielhaus, sodass beide um neun wieder im Gnosa eintrudelten. Da wurde dann noch ein bisschen getrunken , ehe wir uns auf den Weg zu Planten un Bloomen machten.

Dort finden nämlich die Wasserorgelspiele statt, die wir uns mal anschauen wollten. Ich war da noch nie und war begeistert. Zu Tango-Musik spritzten die Fontänen hell erleuchtet in den Nachthimmel, bildeten spannende Formen und changierten in den Farben von feurig-temperamentvollem Rot zu kühl-entspanntem Blau. Zwischendurch war es superbunt, Wassertropfen spritzten einem ins Gesicht. Ich war fasziniert. Am liebsten hätte ich Fotos gemacht, aber ich hatte meine Kamera vergessen. Naja, jedenfalls ging das ganze eine halbe Stunde, Tom gefiel es auch, wir machten uns auf den Heimweg, den Kopf voller bunter Farben. Zuhause fielen wir dann nur noch ins Bett.

Gestern dann dasselbe Spiel wie am Vortag: ich stand auf und sah niemanden. Egal. auf der Arbeit war ich dann enorm gestresst, da gestern das geplante Event stattfand. Ich musste mit, vorher aber noch einiges organisieren. Um 16 Uhr fuhren wir los. Es war eine Schnitzeljagd für Spiegel QC durch die HafenCity. Ich war ein Gamemaster und betreute die Station „Die Denksportaufgabe“, bei welcher – nach alter Stirb langsam-Manier – es darum ging mit einem drei- und fünf-Liter-Eimer genau vier Liter abzumessen. War ganz lustig, die Jagd war allerdings erst um 22 Uhr beendet. Das war ein langer Tag. Daher hatte ich auch keine Lust mehr auf das Schnitzel, welches es noch zu Essen gab. Ich freute mich aber ein bisschen, als ich dann im Dunkeln durch die Speicherstadt laufen konnte. Gegen 23 Uhr war ich zuhause, fiel noch kurz auf’s Sofa zu Kevin und Tom, ehe wir uns verabschiedeten, da Tom und ich uns nicht mehr sehen würden. Ich musste ja arbeiten. Also hat er sich bedankt, superlieb, alles war toll und er wünschte mir viel Glück und alles.

Tom war nett, aber ich weiß nicht, ob ich mal nach Oxford kommen will. Lustig war auch, dass er super deutsch sprach, es aber nicht wollte, so ein britischer – sorry, schottischer – Akzent ist doch schon schwer zu verstehen, weshalb ich mich über jeden deutschen Satz freute.

Besuch aus England.

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