Man kann nicht sagen, dass wir nicht spontan sind. Es ist der letzte Sonntag im Juli, halb fünf am Nachmittag. Kevin bekommt einen Anruf. »Ja, das klingt super, bis gleich!« Schwupps gingen wir zu Millencolin und Fall Out Boy. Das ist der Robin des Radioactive Mans. Nein, natürlich ist das eine Band.

Wir trafen uns um 18 Uhr am Stadtpark, die erste Band spielte schon. Kannte ich nicht, war auch ganz grausam. Als wir da so warteten traf Kevin seine Cousine, ganz plötzlich, obwohl es zwei Jahre hintereinander nicht geklappt hat, sich auf dem Hurricane Festival zu treffen. Die ist ganz nett. Ihre Freunde auch. Nebenher tranken wir Cocktails.

Die zweite Band hieß Aer. So eine HipHop-Band war das. Waren aber recht gut, zum Ende hin wurden sie sogar besser, da war’s dann nicht mehr ganz so aggressiv. Die Töne wurden ruhiger und sie hatten auch nicht mehr ihre grünen Adidas-Jogginganzüge an. Millencolin. Nun ja. Kevin mag sie super gerne. Ich fand sie nicht so pralle.

Vielleicht lag mir der Umzug aber auch noch in den Knochen. Die waren ein bisschen wie die Smashing Pumpkins. Alt. Außerdem haben sie mich nicht berührt. Naja, immerhin interagierten sie ab und zu mit dem Publikum. War aber ganz nett so im groben und ganzen. Und es war draußen, das Wetter war gut.

Fall Out Boy erinnerten mich im ersten Moment an Billy Talent. Klingt alles irgendwie ähnlich, leicht quäkige Stimme. Okay, kannte vieles auch nicht. Hat mich auch nicht so berührt, die Stimmung war auch nur semi. Zum Ende hin wurden die Lieder bekannter – ich kannte zumindest eher die zuletzt gespielten Lieder –, die Stimmung dann auch besser. Außerdem dämmerte es. Die Interaktion mit dem Publikum stieg, plötzlich sprach nicht nur der Bassist sondern auch mal der Sänger. Ich wurde zum mitwippen hingerissen.

Die Band ging nicht davon aus, dass wir um eine Zugabe bitten würden, daher spielten sie die Zugabe direkt ohne Rufen. Nett oder nicht nett? Weiß ich nicht. Jedenfalls waren alle Konzerte an diesem Abend sehr kurz, maximal eine Stunde, das ist schon etwas schade für wirkliche Fans. Für mich war’s okay, war ein unterhaltsamer Abend, kann man sich auf einem Festival auch durchaus nochmal anschauen.

Thanks for the Memories.

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