Gerade kam ich zurück vom Hurricane Festival 2009 in Scheeßel und bin vollkommen dreckig und müde. Also bis eben war ich noch dreckig und müde, inzwischen habe ich aber geduscht. Aber es war spaßig.

Los ging’s ganz früh morgens am Donnerstag, dem 18.Juni. Ich musste irgendwie von mir zu Annka kommen, damit ihr Vater uns nach Scheeßel fuhr. Ging ja schonmal super los. Ich, vollgepackt mit Getränken, Zelt, Schlafsack, Essen und Klamotten, sitze im Bus und alle starren mich entgeistert an. Egal. Ich wollte Spaß. Bei Annka angekommen luden wir das Auto voll, man konnte kaum noch drin sitzen, aber egal, wir wollten Spaß. Und ein bisschen Luxus ist ja auch nicht zu verachten. Die Fahrt war entspannt. Es war ein sonniger Tag. Dort angekommen, mitten in der Pampa, weit und breit nichts zu sehen außer ein paar Freaks und Menschen in Neonwesten. Wir stiegen aus, bis zum Bändchenhäuschen, in dem man seine Eintrittskarte gegen ein schickes Bändchen tauschen konnte, war es noch ein kleiner Weg. Claudia zog nur ihre Tasche und blieb alle zwei Meter stehen, weil das so anstrengend und schmerzhaft wäre. Annka schleppte ein bisschen – unter Anderem einen Müllsack mit ihrer Backstreetboysbettwäsche, weil die ja ruhig dreckig werden könne – und ich schleppte zwei Schlafsäcke und zwei Zelte, die mir um den Hals hingen und noch weitere sechs schwere Taschen und beschwerte mich nicht. Nach zwanzig Minuten für hundert Meter Weg setzten wir uns ins Gras und warteten darauf, dass die Bändchen verteilt würden.

Lange Zeit geschah nichts, außer dass man ein paar bekannte Gesichter traf, die sich zu einem gesellten. Doch als es dann endlich hieß „es geht los“, war Chaos angesagt. ein paar Menschen verteilten die Bändchen und es war Massenandrang, quasi Krieg. In dem Zelt gab es allerdings einen Ein- und einen Ausgang, alle standen natürlich am Eingang, aber wir, schlau wie wir waren, schlichen uns durch den Ausgang und bekamen nach nur kurzer erdrückender Wartezeit unser schickes lila Bändchen.

Es konnte weitergehen: ab zum coolsten Zeltplatz. Den mit Rasen. Natürlich waren die noch nicht geöffnet, also setzte man sich wieder in den Rasen. Irgendwann öffneten sich jedoch die Tore und die Schlacht begann von Neuem. Wir waren aber inzwischen eine Gruppe von zwanzig Personen, weshalb einige einfach erstmal sitzen blieben, während zwei oder drei sich die beste Stelle, nicht weit von den Toiletten entfernt, aber weit genug entfernt um die Geruchsbelästigung nicht mitzuerleben, zu sichern. Der Rest beschäftigte sich damit das Gepäck über den Zaun zu schmeißen. Als es dann hieß, dass das verboten sei, machten wir es heimlich, immer dann, als die Security nicht hinsah. Finn war so klug und hatte einen Hackenporsch mit zig Bierpaletten mit. eine Palette war jedoch kaputt und so rollten die Dosen über den Rasen. Um sie wieder einzusammeln schmiss er sie in Richtung Gepäckhaufen, traf dabei jedoch den Absperrzaun, sodass das ganze Bier durch die Gegend sprudelte. Vorzugsweise in meine Richtung. Da war ich ja schon fröhlich, stinkend nach Bier konnte ich mich ja gleich schonmal auf die Stimmung einstellen.

Als die Zelte aufgebaut waren und das Gepäck herangeschafft ging‘s entspannt zu. Man aß, trank und harrte der Dinge, die da noch kommen würden. Zwischendurch wurde immer mal wieder Bierball / Flunkyball (ein mehr als schlimmer Ausdruck) gespielt.

Am Freitag ging’s dann mit leichter Verzögerung los: ich sah Bosse live, danach ging‘s weiter mit The Ting Tings. Irgendwann lief ich mit einem Freund von Annka mit, wir gabelten fremde lustige Mitvierziger auf und hatten Freude. auf dem Festivalgelände, bis wir zu Dendemann gehen konnten. Dann ging‘s kurz zu Kings of Leon, welche ich mehr als schlecht fand, da sie das Publikum beleidigt und sowieso irgendwelche Drogen eingeschmissen haben. Zwischendurch suchte ich immer wieder Katja, Alena und Mareike, die leider erst Freitag ankamen und so nicht mehr auf unseren Zeltplatz durften, wir fanden uns jedoch nur sporadisch. Auf dem Zeltplatz wurde dann wieder Bierball gespielt, ich war so schlecht – dank gesteigertem Bierkonsum -, dass ich sechs Strafbier hätte bekommen müssen. Getrunken hab ich die aber glaub ich nicht, war mir auch egal, ich kannte die Herausforderer eh nicht. Irgendwann spät gingen wir dann ins Bett.

Am zweiten Tag habe ich Auletta leider verpasst, weil keiner mitkommen wollte, da es regnete. Schade. Irgendwann später traf ich mich jedoch mit Katja, Alena und Mareike und wir sahen Ska-P, das war eine echt coole Party, und ich war nicht betrunken. Dann war ein bisschen Ruhe, aber ich musste unbedingt zu Clueso, eines meiner Hurricane-Highlights, das war auch mal wieder der Hammer! Nachts bei Tomte traf man dann Annka & Co. wieder, Annka war leicht depressiv, weshalb ich sie aufmunterte. Wir gingen irgendwann in Richtung Partyzelt, dort trafen wir ihren Exfreund. Er trug einen weißen Maleroverall, das sah nicht gut aus. Wir gingen mit ihm zu seinem Zelt, wo er uns ein Bier spendierte. Daraufhin fragte ich nur „Sag mal, kann es sein, dass du fett geworden bist“, das hat den kleinen Schönling richtig getroffen und Annka richtig aufgemuntert. Dann war der zweite Tag auch schon wieder vorbei.

Sonntag waren wir natürlich schon alle recht fertig und dreckig, man fühlt man sich irgendwann ekelhaft bei Duschen mit minimalstem Wasserdruck und matschigem Boden. Der Alkoholkonsum hielt sich in Grenzen und viele Shows sah man auch nicht mehr. Lily Allen sahen wir noch, weil Katja die unbedingt sehen wollte, war auch gar nicht schlecht. Dann wollte ich mir ein T-Shirt kaufen, vorher wollte ich es nicht kaufen, da ich recht wenig Geld mithatte, doch ich war sparsam, deshalb wollte ich nun doch ein Shirt. Natürlich gab es das Gewünschte nur noch in den Größen L, XL oder XXL, S war ausverkauft. Naja, Geld gespart.

Am Abend dann kam aber der Superheadliner: Die Ärzte. Das war echt zu geil, die erste Hälfte sah ich zusammen mit Katja, Alena und Mareike, doch die mussten dann nach Hause fahren, da sie am Montag etwas vorhatten. Ich blieb also alleine, stellte mich in die Masse und lernte natürlich wieder Leute kennen. Also hatte ich Spaß. Danach waren alle so euphoriert, stürmten zu den Zelten oder machten Krawall. Richtig Krawall auf dem Zeltplatz fühlte man sich teilweise wie bei Harry Potter Tel 4 während der Quidditch-WM, als die Todesser kamen. Immer wieder musste die Feuerwehr ausrücken und löschen. Zelte wurden dämoliert, aber unsere Gruppe blieb davon zumindest verschont, nur der Lärmpegel riss die ganze Nacht nicht ab.

Am nächsten Morgen fühlten wir uns auch dementsprechend gerädert, aber wir mussten ja los. Also die Zelte irgendwie abgebaut und in die Taschen gestopft und alles Überflüssige in Müllsäcken verstaut. Wir schleppten uns trotzdem noch ab, aber es war trotzdem um einiges leichter. Claudias Vater wollte uns abholen, allerdings stand dieser am weit entfernten Bahnhof. Er hätte locker bis auf wenige Meter ans Festivalgelände heranfahren können, aber Claudia wollte ihn partout nicht anrufen. Annka und ich waren aggro. Belustigung fanden wir aber in der Polizei, die den ganzen Pfandsammlern verbot das Gelände zu betreten. Irgendwann kamen wir am Bahnhof an, verstauten unsere Sachen im Auto und fuhren heim.

Nächstes Jahr sind wir aber trotz Stress, Dreck und Müdigkeit wieder dabei, denn wir hatten Spaß!

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