Wie Du ja weißt, bin ich ein leidenschaftlicher Festivalgänger. Wie Du auch weißt, habe ich mich letztes Jahr von meinen Festivalbändchen getrennt. Es war eine dramatische Entscheidung, die mich teilweise auch noch ein bisschen stresst. Aber im Groben und ganzen habe ich mich daran gewöhnt. 

Warum hab ich das eigentlich getan? Man wird eben erwachsen. Inzwischen bin ich 28 Jahre alt, da muss man gelegentlich etwas Seriosität ausstrahlen. Das klappt mit zwölf bunten, dreckigen Bändchen um den Arm nur bedingt. Außerdem hab ich dort seit längerem ein Tattoo. Die Stelle ist cool, allerdings wirkt es neben diesen ganzen Bändern eher deplatziert.

Ich berichtete euch vor fast zwei Jahren bereits davon, dass das 20. Hurricane Festival mein allererstes Festivalbändchen aus dem Jahre 2009 zerstörte. Damals war ich fest davon überzeugt, dass ein Gummizug die beste Wahl ist, sein Bändchen für die Mehrfachnutzung zu optimieren. Inzwischen bin ich davon nicht mehr überzeugt.

Das Gummiband leiert doch recht schnell aus und wird spröde. Besonders bei meinem Festivalbändchen von 2010 merkte ich das. Es rutschte, es rollte und drehte sich in alle Richtungen. Das stört doch. Gut, jetzt muss man auch dazu sagen, dass dieses Bändchen generell mein Problembändchen war. Die Qualität war mehr als ungenügend. Inzwischen erkennt man leider kaum noch etwas darauf.

Aber jetzt hab ich meine beiden ersten Bändchen schon auf die Gummibänder umgerüstet. Was kann ich denn nun machen, damit ich die trotzdem noch umbinden kann? Und was kann ich machen, damit meine anderen Bänder – von denen ich mich inzwischen ebenfalls getrennt habe – auch wieder in den Genuss kommen, meinen Arm zu umschmeicheln?

Fragen über Fragen. Aber durch Zufall bekam ich darauf auch Antworten. Ich begab mich in das Kaufhaus meines Vertrauens und durchstöberte die Nähabteilung. Vielleicht sind Druckknöpfe doch keine schlechte Idee, auch wenn ich dieser Idee damals sehr skeptisch gegenüberstand. Nun, was soll ich sagen? Mir sprangen plötzlich Trägerhalter ins Auge!

Wie geil ist das denn? Die sind wirklich perfekt! Die Bänder haben damit die gleiche Weite, wie vorher – zumindest stelle ich mir das so vor (ich nehme es kurz vorweg: es klappt tatsächlich).

Nebenbei kaufte ich noch ein schwarzes 12mm breites Baumwollband. Wofür? Für das Bändchen aus 2010. Das ist sonst echt nicht mehr zu retten, das hat seine besten Tage schon seit geraumer Zeit hinter sich. Und bevor dieser Zustand noch weiter eskaliert, will ich dem entgegensteuern.

Wirklich ramponierte Exemplare.

Ich maß zu allererst meine Bändchen aus. Denn das 2010er-Bändchen ist so lädiert, dass es aus zwei ramponierten Teilen besteht. Ausgefranst. Teilweise auch nur noch halb so breit. Auf Basis dieser Messung schnitt ich das Baumwollband auf die gleiche Länge. Nun bestrich ich das Festivalbändchen auf der Rückseite dünn mit Textilkleber und positionierte es so auf dem Baumwollband, dass das Logo mittig sitzt. Den Plombenteil platzierte ich ganz außen.

In einen Gefrierbeutel eingeschlagen presste ich alles mithilfe der gesamten Harry-Potter-Enzyklopädie fest zusammen und ließ es 24 Stunden lang trocknen. Nach zwölf Stunden entfernte ich jedoch schon die Bücher und den Gefrierbeutel, damit das Band die restliche Zeit auch wirklich gut an einem warmen Ort trocknen kann. Anschließend noch kurz von beiden Seiten bügeln – ich empfehle hier ein Glätteisen.

So wird’s wiederverschließbar.

Für die wiederverschließbaren Festivalbändchen verödete ich zunächst die Enden der Bändchen mithilfe eines Feuerzeuges. Soll ja schließlich nicht ausfransen. Anschließend schnitt ich die Trägerhalter in der Mitte durch und machte dort dasselbe an den Schnittkanten. Nun nähte ich den einen Teil neben die Plombe. Nach Möglichkeit sollte er nicht über das Bändchen hinausragen – und falls er es doch tut, kann man die überstehenden Teile einfach abschneiden und nochmals mit dem Feuerzeug veröden.

Festivalbändchen mit Druckknopf

Jetzt kommt ein wichtiger Punkt: den Druckknopf schließen, damit das Bändchen quasi nahtlos anmutet. Denn nun formte ich das Bändchen zu einem Kreis und legte Kante an Kante. So konnte ich dort den übrigen Teil des Trägerhalters perfekt in »Haus des Nikolaus’«-Manier festnähen. Das führte zu einem nahezu perfekten wiederschließbaren Festivalbändchen.

Das gute daran: es klappt wesentlich entspannter als bei meiner »Gummiband«-Version. Die Trägerhalter lassen sich wesentlich einfacher an das Bändchen nähen. Dementsprechend geht es auch deutlich schneller von der Hand.

Noch ein kleiner Tipp: Nimm am besten pro Bändchen einen Faden, der auch zur Bändchenfarbe passt. Gleiches gilt für die Trägerhalter. Die gibt es ebenfalls in unterschiedlichen Farben. Wenn Du die nicht findest: schwarz und weiß wird es immer geben, selbst hier lohnt es sich genauer darüber nachzudenken, ob eher weiß oder doch eher schwarz zum Bändchen passt. Denn: je harmonischer das Gesamtprodukt daherkommt, desto weniger fällt der »Fake« auf!

Ja, was soll ich nun noch sagen? Trau Dich und trenn Dich von Deinen heiß geliebten Bändchen. Denn es soll durchaus vorkommen, dass die Bändchen nicht zum Outfit passen – dann kannst Du sie einfach weglassen. Du bist in der Wahl Deiner Kleidung demnach wesentlich flexibler.

Außerdem ist es definitiv hygienischer. Die Bänder lassen sich viel leichter reinigen – im Schonwaschgang sogar in der Waschmaschine. Die Farben sind dann deutlich kräftiger als vorher. Sie sehen also zusätzlich noch besser aus.

Flexible Festivalbändchen.

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