Eigentlich wollte ich gar nicht drüber schreiben. Dachte mir so »ach, wird ja eh nicht so berauschend.« Nun ja. Getäuscht. Sind am Freitag zwar zu spät losgekommen, aber waren dann weniger als eine Stunde später doch schon im Knust auf dem Halbfinale des Emergenza-Festivals. Das Emergenza ist das weltgrößte Live-Festival. Will heißen, dass überall auf der Welt in kleinen Clubs kleine Band spielen. Aufgebaut ist das ganze wie ein Contest.

Ganz witzige Veranstaltung. Wir kamen da an und Leute hüpften vor dem Knust umher, spielten Fangen und trugen sich umher. War ein bisschen wie Hurricane. Nur nicht so dreckig. Aber lustig. Wir gingen rein, hatten ja schon 1,5 Bands verpasst. Die Band, die gerade spielte, als wir hereinstolperten hieß The Rush. Die waren ganz okay. Mehr so britpopmäßig. Wurde allerdings als »Punkrock« betitelt. Konnte man wirklich hören, war aber halt so eine Teenieband.

iPunktastic fand ich nicht so super. Die kamen danach. War einfach nicht so meins, obwohl es der Vorband sehr ähnlich klang. Naja, Nuancen entscheiden da halt manchmal. Das Publikum entschied über das Schicksal der Amateurbands, die dort auf der Bühne standen. Man durfte auf seinem Stimmzettel mindestens zwei aber maximal sieben Bands ankreuzen. Fand ich nur halbklug, wer kreuzt denn sieben von acht Bands an?

Jedenfalls huschten wir noch mal kurz in den Fotoautomaten – diese coolen Dinger, die vier verschiedene Schwarzweißfotos machen –, der da vorm Knust steht. Ein Bier gab es auch noch. Schlussendlich waren wir rechtzeitig für Naked At Dawn wieder da. Deretwegen waren wir überhaupt da. Mario, der Keyborder, ist nämlich ein Kollege. Wir wollten schon zum Vorentscheid kommen, hat aber nicht geklappt.

Als dann plötzlich noch zwei aus meiner alten Schule da auf der Bühne standen war ich etwas verwirrt, aber auch das soll’s ja geben. Fand ich irgendwie ganz amüsant. Warum haben wir es nicht zum Vorentscheid geschafft? Ganz einfach: ich hab YouTube-Videos gesehen und dachte mir so »och nö«. Jetzt wollte ich mal nett sein und muss sagen: zum Glück. Naked At Dawn sind super. Nicht so dieser alltägliche Kram, sonder schon mit Wiedererkennungswert. Orientiert euch aber nicht an YouTube, sondern lieber an SoundCloud.

Im Publikumsraum wurde es bei dieser Band auch quasi eng, das war vorher nicht so der Fall. Schon mal gut. Stimmung auch. Musik sowieso. Lege ich euch ans Herz. Viel spielten sie allerdings nicht.

Aber sie hatten Spaß. Und nur 25 Minuten Zeit. Ich hatte auch Spaß. Und ich kenne Leute, die auf einer Bühne stehen. Yay! Die Band danach war grausam. Zumindest für meinen Geschmack. Darauf folgten die Dyna Dudes. Die Sängerin hatte eine super Stimme, aber die Lieder waren eher … flach. Hinzu kam noch, dass es bei dem Auftritt technische Probleme gab. Das stimmt das Publikum ja meist nicht fröhlich. Odeville waren noch recht gut, etwas aggressiv, aber kann man sich ab und an mal anhören.

Schlussendlich haben es Naked At Dawn und Breakstuff geschafft. Naked At Dawn zurecht, Breakstuff war leider die Band, die ich verpasst habe. Von daher kann ich dazu nichts sagen.

Jedenfalls heißt es nun: supportet Naked At Dawn am 1.Juni in der Markthalle! Lohnt sich auf jeden Fall, dort mal vorbeizuschauen, neue unbekannte und gute Bands (hallo, es ist das Finale!) kann man sich ja immer gerne live anhören.

Emergenza. Morgens nackig.

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