Fahren wir einfach mal nach Bremen. Wieso nicht? Wollte die Jungs von Enter Shikari ja schon längst mal gesehen haben. Zudem ist Bremen noch nah genug an Hamburg dran. Das lohnt sich. Zack drei Leute geschnappt und nach Bremen gedüst.

Enter Shikari spielten im »Modernes«. Der Club ist recht stylisch. Die Getränke günstig. Das Bier war – entgegen der Erwartungen – kein Beck’s, sonder Haake. Das schmeckte wie eine Mischung aus Litschi und Bier. War recht süffig. Trank sich aber gut. Ich analysierte das Klientel. Die Homodichte war recht hoch. Hätte ich bei so einer Band gar nicht erwartet. Faszinierend.

Von ganz hinten drängten wir uns nach vorne. Vorne ist sowohl da, wo der Eingang ist, als auch da, wo die Bühne ist. Fand ich ganz lustig, weil es meistens anders ist. Die Vorband spielte. Naja, waren halt so da. Hauten mich nicht vom Hocker, auf dem ich auch nicht mal saß. Der Gitarrist war aber lustig. Er stand da stocksteif und spielte. Sein Kopf bewegte sich aber so rasant, dass der Kontrast zwischen Stillstand und Bewegung noch abstruser aussah.

Ich hab gar nicht mitbekommen, wann die aufhörten. Plötzlich war’s dann vorbei. Ich blieb mit Felix an der Bar stehen. Ging los. War laut. Gefiel mir. Dann war ich aber direkt verwirrt. Was war da los? Ich hatte plötzlich ein Kabel im Gesicht. Wo kam das her, wo führte das hin? Ach da: Der Sänger stand auf dem Tresen, an dem ich lehnte. Mensch. Das war unerwartet. Er erinnerte mich ein wenig an Kevin von Chasing Crowd.

Irgendwann lief er wieder durchs Publikum. Ich glaube, die haben Spaß an ihrem Job. Wirkte zumindest so. Wieso sonst trommelt man auf einem leeren Fass rum und freut sich darüber? Der Barkeeper wusste inzwischen, was ich trinken wollte, bevor ich bestellte. Ich mag die echt gerne. Würde ich mir durchaus nochmal angucken. So viel Stimmung. Teilweise dachte ich, ich müsse mich auch ins Getümmel stürzen. Tat ich dann aus Sicherheits- und Tollpatschigkeitsgründen doch nicht. Vielleicht besser so. Spaß hätte es mir aber bestimmt gemacht.

Die Briten spielten alle Lieder, die man unbedingt hören wollte. Von »constellations« – einem wunderschönen langsamen Song – über »system…«, was ich immer eher als ein einfaches Intro empfand bis hin zur totalen Kernschmelze. Wir gehören hier nicht hin. Ach obwohl. Doch. Genau hier gehörten wir hin. Das sind nette Leute. Bis sie es nicht mehr sind.

Plötzlich hatte er die Tonne auf dem Kopf, das große Finale. Es ging alles so schnell, hab gar nicht mitbekommen, wie schnell das Konzert wieder vorbei war. Es war aber schön nach elf. Sie spielten also recht lange. Das sind die besseren Konzerte, die wie im Flug vergehen.

Die Heimfahrt war jedoch eher anstrengend. Alle Fastfood-Restaurants, bei denen wir kurz einkehren wollten hatten schon geschlossen. Ich hatte Hunger. Im Endeffekt aß ich nichts. Ich fiel ins Bett. Meine Ohren summten und dröhnten. Das gefiel mir.

Come and join the Party.

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