Letztes Wochenende – kurz vor knapp – schafften wir es doch noch zum diesjährigen Lichtermeer, dem Festival of Lights, in Berlin. Zeitlich war es allerdings etwas hektisch, denn wir konnten erst am zweiten Festival-Wochenende nach Berlin. Und das auch erst am Samstagnachmittag. Dennoch konnten wir recht viele beeindruckte Illuminationen entdecken.

Die Fahrt war recht beschwerlich. Die Autobahn zwischen Hamburg und Berlin ist eine einzige Baustelle. Nun sei es drum, wir waren rechtzeitig in Berlin. Kurz in einem wirklich schönen Hotelzimmer eingecheckt und los ging’s! Im Vorfeld habe ich mir bereits eine Route zurechtgelegt, bei der man möglichst viel sehen konnte. Zeiteffizienz war mir aufgrund der fehlenden Zeit enorm wichtig!

Festival of Lights 2018: Loeser & Wolff Haus

Festival of Lights 2018: Loeser & Wolff Haus

Festival of Lights 2018: Piano-See B

Festival of Lights 2018: Piano-See B

Festival of Lights 2018: Piano-See A

Festival of Lights 2018: Piano-See A

Festival of Lights 2018: Potsdamer Platz B

Festival of Lights 2018: Potsdamer Platz B

Festival of Lights 2018: Potsdamer Platz A

Festival of Lights 2018: Potsdamer Platz A

Also stapften wir los. Unser Hotel lag südlich der Siegessäule. So konnten wir am Fluss entlang Richtung Zentrum spazieren und schon ein paar Lichtinstallationen bestaunen. Das Bundesministerium für Verteidigung klang sehr vielversprechend. Jedoch war ich hier etwas enttäuscht. Das klassische Bundeswehrmuster mit reißerischen Sprüchen. Nun ja. Das habe ich inzwischen schon auf diversen Plakaten gesehen.

Daher schnell weiter zum Loeser & Wolff Haus. Dieses Eckhaus im Art-Déco-Stil kehrte sein Inneres nach außen: die typischen Stil-Elemente wurden mit viel Liebe fürs Detail auf die Fassade projiziert. Direkt nebenan tauchten kleine Papierschiffchen den Pianosee nahe des Potsdamer Platzes in ein buntes Farbenmeer! Wirklich schön. Und so simpel.

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur E

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur E

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur D

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur D

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur C

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur C

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur B

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur B

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur A

Festival of Lights 2018: Botschaft Singapur A

Dieses Festival spielte dieses Jahr mehr als sonst mit dem Einsatz des Lichtes. Laternen zogen in das Programm des Festivals ein. Bäume wurden bestrahlt. Micky Maus versteckte sich, anlässlich seines Geburtstages, hier und da zwischen den Illuminationen. Über die bunt beleuchtete Alte Potsdamer Straße – dem indischen Sommer nachempfunden – schlenderten wir zum Potsdamer Platz. Hier war einiges los!

Man war umringt von imposanten Wolkenkratzern, die malerische Geschichten erzählten. Dieser Ort feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Da darf man durchaus mal mit spektakulären Inszenierungen klotzen! Etwas versteckt, aber quasi nebenan, erstrahlte die Botschaft der Republik Singapur in schillernden Farben und Mustern. Letztes Jahr war die Botschaft bereits ein Geheimtipp – dieses Jahr wurde hier der Wettbewerb »City of the Future« ausgetragen.

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor E

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor E

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor D

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor D

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor C

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor C

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor B

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor B

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor A

Festival of Lights 2018: Brandenburger Tor A

Mit einem Bier in der Hand ging es an der Amerikanischen Botschaft vorbei zum Brandenburger Tor. Auf dem Weg fiel mir auf: es gab nur eine Botschaft, die wirklich cool und innovativ in Szene gesetzt wurde – die von Singapur. Alle anderen verhielten sich wie das Verteidigungsministerium: schlicht, mit Werbung für sich selbst.

Sei es drum. Das Brandenburger Tor brachte Kulturen zusammen. In einer explosiven Video-Mapping-Story trafen Südamerika, Asien, Europa, Amerika und Afrika aufeinander. Toll. Bunt und (farben)froh. Die Sprache der Liebe rundete die Show gelungen ab.

Festival of Lights 2018: Rausch Schokoladenhaus

Festival of Lights 2018: Rausch Schokoladenhaus

Festival of Lights 2018: Juristische Fakultät

Festival of Lights 2018: Juristische Fakultät

Festival of Lights 2018: Staatsoper

Festival of Lights 2018: Staatsoper

Festival of Lights 2018: Bebelplatz

Festival of Lights 2018: Bebelplatz

Festival of Lights 2018: Hotel de Rome

Festival of Lights 2018: Hotel de Rome

Festival of Lights 2018: Humboldt-Universität

Festival of Lights 2018: Humboldt-Universität

Unter den Linden war es exorbitant voll. Das lag vermutlich nicht nur am Festival, sondern eher an der Großdemonstration #Unteilbar. Wir kamen jedenfalls nur langsam voran. Trotzdem erreichten wir nach ewigem Gedränge das Rausch Schokoladenhaus. Über den Gendarmenmarkt – hier war irgendwie gar nichts los – ging es zum Bebelplatz.

Dort spielte die Kunst von Dalí ein Katz- und Maus-Spiel mit der Natur. Die Staatsoper und die Juristische Fakultät zeigten die malerische Schönheit der Natur. Die Humboldt-Universität und das Hotel de Rome zierten die verstörende Kunst Dalís. Zwischen den Stühlen – und etwas abseits – stand die unschuldige St. Hedwigs-Kathedrale.

Festival of Lights 2018: Zeughaus E

Festival of Lights 2018: Zeughaus E

Festival of Lights 2018: Zeughaus D

Festival of Lights 2018: Zeughaus D

Festival of Lights 2018: Zeughaus C

Festival of Lights 2018: Zeughaus C

Festival of Lights 2018: Zeughaus B

Festival of Lights 2018: Zeughaus B

Festival of Lights 2018: Zeughaus A

Festival of Lights 2018: Zeughaus A

Inzwischen wurde es spät. Und wir recht müde. Daher endete unser Tag am Zeughaus – das Palais am Festungsgraben wurde dieses Jahr aus Baugründen leider nicht anständig illuminiert. Schade. Denn direkt bei meinem ersten Lichterfest vor drei Jahren habe ich mich in diese Inszenierungen verliebt. Das Zeughaus war allerdings ein würdiger Ersatz! Hier wurde einem – anlässlich des 70. Unabhängigkeitstages Israels – einiges geboten. Ich stelle fest: dieses Jahr wurden auf dem Festival enorm viele Jubiläen gefeiert!

Auf dem Zeughaus war eine Reise durch die Architektur, Kultur und Sehenswürdigkeiten des Landes zu sehen. Von biblischen Zeiten bis in die Moderne samt neuester Errungenschaften wie dem Sieg des Eurovision Song Contests. Da die gesamte Innenstadt einem einzigen infrastrukturellen Chaos glich – sämtliche Straßen wurden demonstrationsbedingt gesperrt –, dauerte der Rückweg zum Hotel unglaublich lange. Verlief aber ohne nennenswerte Komplikationen.

Festival of Lights 2018: Alexanderplatz

Festival of Lights 2018: Alexanderplatz

Festival of Lights 2018: Altes Stadthaus

Festival of Lights 2018: Altes Stadthaus

Festival of Lights 2018: Nikolaiviertel C

Festival of Lights 2018: Nikolaiviertel C

Festival of Lights 2018: Nikolaiviertel B

Festival of Lights 2018: Nikolaiviertel B

Festival of Lights 2018: Nikolaiviertel A

Festival of Lights 2018: Nikolaiviertel A

Der nächste Tag begann mit einem Frühstück im House of small Wonder. Hier war ich nicht sonderlich begeistert. Wir mussten eine Stunde auf einen Sitzplatz warten, haben dann viel Geld für ein Frühstück bezahlt, das nur das Gütesiegel »okay« verdient. Es war nicht schlecht. Aber auch nicht herausragend. Ich finde dieses Café deutlich überhyped. Einen kleinn Spaziergang, ein kurzes Schläfchen im Park und ein dekadentes mongolisches Buffet später fanden wir uns auch schon am Alexanderplatz wieder.

Es war 19 Uhr. Zeit das Licht einzuschalten. Die Marienkirchen fügte sich sehr schön in die Szenerie ein. Der Fernsehturm hat mich dieses Jahr auch zum ersten Mal wirklich überzeugt. Mag am Wettbewerb »Let’s create a better tomorrow« liegen. Die Guardians of Sustainability allerdings fand ich direkt vor dem Neptunbrunnen leider wirklich deplatziert. Mitten im Markt. Jeder machte ein Foto mit den grünen Geistern. Sie wurden als Treffpunkt für Gruppen ausgemacht.  Ich finde, sie konnten hier nicht wirklich wirken.

Festival of Lights 2018: Marstall

Festival of Lights 2018: Marstall

Festival of Lights 2018: Berliner Dom Lustgarten

Festival of Lights 2018: Berliner Dom Lustgarten

Festival of Lights 2018: Berliner Dom

Festival of Lights 2018: Berliner Dom

Festival of Lights 2018: Berliner Dom Fontäne

Festival of Lights 2018: Berliner Dom Fontäne

Festival of Lights 2018: Bode-Museum

Festival of Lights 2018: Bode-Museum

Das alte Stadthaus, welches ich vor zwei Jahren zum ersten Mal in seiner Farbenpracht erleben durfte, erstrahlte im Streetart-Style von KEF! Er verwandelt die Fassade mit seinem Stil aus Linien und Farbflächen in eine Street-Art-Ikone. Direkt nebenan wurde China Town erbaut. Das Nikolaiviertel brach mit der Idee von Fassadenbeleuchtung. Hier setzte das Festival auf alte traditionelle Laternenkunst. Und die war wirklich schön. Sehr schlicht. Aber sehr romantisch. Willkommen in China.

Übrigens war ich zwischendurch immer mal wieder etwas enttäuscht. Denn entweder war ich blind, doof oder aber zur falschen Zeit da. Auf Instagram und auch auf der Seite des Festivals selbst habe ich Illuminationen auf Gebäuden gesehen, die ich so nicht erleben konnte oder durfte. Besonders der Berliner Dom – mein kleines Highlight über die letzten Jahre hinweg – erstrahlte am letzten Tag lediglich in einem Motiv. Online habe ich da mehr gesehen. Gleiches gilt für das Loeser & Wolff Haus oder die Humboldt-Universität. Irgendwas war da komisch. Ich glaube jedoch, dass die Illuminationen tagesabhängig waren.

Festival of Lights 2018: Bode-Museum G

Festival of Lights 2018: Bode-Museum G

Festival of Lights 2018: Bode-Museum F

Festival of Lights 2018: Bode-Museum F

Festival of Lights 2018: Bode-Museum E

Festival of Lights 2018: Bode-Museum E

Festival of Lights 2018: Bode-Museum D

Festival of Lights 2018: Bode-Museum D

Festival of Lights 2018: Bode-Museum C

Festival of Lights 2018: Bode-Museum C

Festival of Lights 2018: Bode-Museum B

Festival of Lights 2018: Bode-Museum B

Festival of Lights 2018: Bode-Museum A

Festival of Lights 2018: Bode-Museum A

Festival of Lights 2018: Schloss Bellevue

Festival of Lights 2018: Schloss Bellevue

Die Stimmung am Bode-Museum war großartig. So harmonisch. Menschen saßen auf der Straße und lauschten einer Straßenmusikantin. Einfach so. Wirklich toll, dieses Zusammenspiel aus Livemusik und Lichtkunst. Das Bode-Museum zeigte altbekannte Kunstwerke in neuem Gewand. Mein Highlight hier – und über alle Illuminationen hinweg: der Schrei von Edvard Munch. Neu interpretiert von Urban-Art-Künstler Andreas Preis. Ich hab gar keine Worte für diese Umsetzung dieses norwegischen Klassikers.

Die letzte Station unserer Reise durchs Licht: das Schloss Bellevue. Letztes Jahr machten wir uns umsonst auf den Weg, dafür hat es sich dieses Jahr umso mehr gelohnt!

Das gesamte Festival hat sich gelohnt. Es war wieder einmal wunderschön! Es ist erstaunlich, welch großartige Illusionen man nur mit Licht erschaffen kann. Unvergleichlich toll. Vielleicht schaust Du nächstes Jahr auch einmal dort vorbei? Ich kann es Dir nur wärmstens ans Herz legen.

Berlin spielt mit dem Licht.

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