Der 20. Geburtstag des Hurricane Festivals war sehr durchwachsen. Sonne. Staub. Regen. Sturm. Gewitter. Matsch. Alles war dabei. Erst war das Wetter großartig, doch dann drehte sich alles und wurde so schlimm, dass wir sogar unsere Zelte abbrechen mussten. Vorher schon fielen wegen der vielen Unwetter leider sehr viele Konzerte aus.

Immerhin gab es keine Verletzten, im Gegensatz zum Festival-Pendant Southside in Neuhausen ob Eck, denn das wurde aufgrund der Wetterlage und Blitzeinschlägen mit Verletzten wiederum direkt am Samstagmorgen komplett abgebrochen.

Was ist denn da dieses Jahr nur los mit dem Festivalwetter?

Aber beginnen wir von vorn. Donnerstag. 11 Uhr. Wir packen unsere Sachen und ziehen mit unserem IKEA-Hackenporsche, der wirklich gut und stabil zusammengeschnürt war Richtung Hauptbahnhof. Es war heiß. Ich lerne auch nie dazu. Die Kühltasche auf den Rücken geschnallt schnitt sie sich in meine Schultern. Denn natürlich hatte ich nur ein Tanktop an, wie jedes Jahr, wenn ich schwer schleppe. Die Hinreise klappte ohne Probleme. Echt entspannt. Wir konnten uns im Metronom sogar einen Sitzplatz ergattern. Die beste Investition des Tages: der Miniventilator im Elfen-Design. Gegenüber saß ein Typ, der ebenfalls auf dem Lunatic Festival war. Man kam ein wenig ins Gespräch.

In Scheeßel angekommen war es gefühlte zehn Grad heißer. Wir schnappten uns ein Taxi. Witziger Zufall: die Taxifahrerin ist dieselbe, wie schon letztes Jahr auf dem Hin- und auch auf dem Rückweg! Sie schmiss uns an einem Bändchenzelt raus, an dem wir sage und schreibe zwei Minuten warten mussten! Zwei Minuten. Herrje, das ging mir zu schnell, darauf war ich nicht eingestellt.

Wir reihten uns also in die Karawane ein und suchten das Green Camp. Auch hier mussten wir nicht lange warten. Zum Glück. Es war heiß. Wir warteten am Eingang kurz auf die Mädels, bei denen wir zelteten, damit wir wussten, wohin der Weg uns führen musste. Wir zelteten unweit von den Duschen, nah am Ausgang und fast neben den Goldeimer-Toiletten. Perfekter Platz! Bis jetzt war ich großer Fan vom ganzen Ablauf!

Wir setzten uns kurz, weil die Hitze uns zu schaffen machte. Ich wollte meine Bändchen ordnen. Dabei zerriss mein Bändchen vom Hurricane 2009. Ich war entsetzt. War immer so stolz darauf, dass das noch so stabil ist. Naja, was will man machen. Erst mal das Zelt aufbauen. Wirkte irgendwie nicht so stabil, aber irgendwann ist man zu faul, das noch zu richten. Man kennt das. Wird das Festival schon überleben. Erstmal zu Penny. Und oh mein Gott, war der groß. Definitiv größer als Super, der Markt letztes oder der Lidl vorletztes Jahr. Das einzige, was man hier wirklich im Sortiment vermisst hat: Grillkäse! Für Vegetarier – nicht, dass ich einer bin – gab es nämlich schon recht wenig Auswahl. Zur Begrüßung bekam jeder Gast eine Penny-Festival-Tragetasche. Wie lieb. Kurz noch ‘nen Pavillon gekauft und Pavel genannt, ehe wir ihn aufbauten. Inzwischen hatte ich hart den Sonnenbrand. Traditionen müssen schließlich gewahrt werden.

Grillen. Wir hatten alle Hunger. Klara, Lara und Lisa haben zum Glück an ganz viel Grillkäse gedacht. Den warf ich also auf den Grill. Jaha, ich war Grillmeister! Nebenbei lagen auch noch ein paar Stücke Fleisch auf und ein paar Kartoffeln unter dem Grillrost. Jetzt war ich angekommen. Allerdings schritt die Zeit so schnell voran, dass wir schon fast zum Festivalgelände mussten, da ich mir Romano reinziehen wollte. Vorher wollten wir uns aber noch ein Bier organisieren. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte man sich auch noch Zeit lassen können. War tatsächlich nicht so der Fan von Romano.

Dachte wirklich, dass der köpenicker Putin mit Pipi-Langstrumpf-Gedächtnisfrisur live wesentlich mehr abgeht. Die White Stage ist im letzten Jahr übrigens ganz schön gewachsen! Wir orderten noch ein Bier. Alle meine Freunde kriegen ‘nen Klaps auf’n Po! Ich stellte nun schon zum zweiten Mal fest, wie ätzend Menschen sein können. Nur zur Info: mit Pöbeleien oder so doofen Anmachen wie »Mäuschen« bekommt ihr euer Bier garantiert auch nicht schneller. Eher langsamer. So ätzende Menschen würde ich nämlich auch nicht bedienen wollen und würde das mit Absicht noch länger hinauszögern.

Die Luft in der White Stage war auch nicht die beste. Wir setzten uns während der Umbaupause vor einen der Eingänge. »Da hinten gewittert’s aber ziemlich doll!«, meinte Jan. Joa, Gewitter. Aber weit weg. Das kommt bestimmt nicht zu uns. Sah aber trotzdem bedrohlich aus. Großstadtgeflüster ging los. Auch sie bemerkten, dass das Zelt einer Sauna gleichte und forderten einen Vodka-Aufguss. Wir folgen dem weißen Kaninchen und düsen mit den Ufos über den Fernsehturm, bis wir keinen Bock mehr haben. Können wir uns nicht darauf einigen, dass wir halt nicht so einer Meinung sind? Wer tanzte denn da neben uns? Huch, das war ja wohl der Romano. Erstaunlicherweise immer noch mit Zöpfen. Ich dachte, die hätte er nur für die Show. Hab ich mich wohl geirrt.

Weil das morgen noch so ist und weil das immer schon so war. Das Lied muss man übrigens immer so mitsingen, dass sich die Stimme komplett überschlägt, aus tiefstem Herzen, so und nicht anders. Ist das wirklich Dubstep, wozu ich hier so abstep? Wir laufen um unser Leben, laufen immer drum rum, wo ist unser Platz? Vielleicht ja in der Fickt-Euch-Allee, wo ich am Wochenende meine Eier schaukele. Nutten und Koks haben so viele Talente, kein Mensch erkennt sie. Bevor ich sie verschwende mach ich lieber nix.

Es regnet ins Zelt. Draußen stürmt es gewaltig. Ist doch haufenweise Scheiße. Dann lieber mehr Konfetti und yeah! Anschließend rollatoren wir mit … Tonausfall. Im Hintergrund wirkt es wie ein Bluescreen, sind aber Sicherheitshinweise. Huch, was ist los? Keiner wusste es so genau. Teilweise quoll Wasser zwischen den Bodenplatten hoch … unseren besten. Und wir müssen gar nix außer schlafen, trinken, atmen und ficken! Ende. Immer mehr Wasser hob die Bodenplatten an. Gewitter direkt über dem Zelt.

Was machen wir nun? Das Hurricane empfahl uns, die Autos aufzusuchen. Okay. Aber vorher Schuhe ausziehen, um durch den riesigen See vor der White Stage zu waten. Das schlimmste ist, wenn der Schlamm durch die Zehen quillt. Wir suchten Lisas Auto, fanden die Mädels aber lange Zeit nicht. Immer wieder irrten wir umher, irgendwann haben wir sie aber doch gefunden. So schlimm war das Wetter inzwischen nicht mehr. Wir blieben trotzdem kurz im Auto sitzen. Was wohl aus unserem Zelt geworden ist? Nichts. Es stand da so, als hätte es nie ein Unwetter gegeben. Pavel hingegen ist weggeflogen. Samt unserer Beleuchtungsinstallation. Inzwischen war es fünf Uhr morgens. Ich war müde und legte mich endlich schlafen.

Hurricane Festival 2016: Jans im Regen

Hurricane Festival 2016: Jans im Regen

Hurricane Festival 2016: Playground

Hurricane Festival 2016: Playground

Hurricane Festival 2016: Warten

Hurricane Festival 2016: Warten

Hurricane Festival 2016: Riesenrad im Schlamm

Hurricane Festival 2016: Riesenrad im Schlamm

Hurricane Festival 2016: Blue Stage

Hurricane Festival 2016: Blue Stage

Hurricane Festival 2016: Trailerpark

Hurricane Festival 2016: Trailerpark

Hurricane Festival 2016: Rammstein

Hurricane Festival 2016: Rammstein

Hurricane Festival 2016: Discokugel

Hurricane Festival 2016: Discokugel

Hurricane Festival 2016: Eingang

Hurricane Festival 2016: Eingang

Doch schnell wurde man wieder aus dem Schlaf gerissen. Unwetterwarnung. »Bitte begebt euch in eure Autos!« Das wird der Standardsatz des Festivals. Okay. Die Mädels schliefen im Auto, als wir ankamen stellten wir fest, dass dort kein Platz mehr war. Hm. Was nun? So schlimm ist das Wetter gar nicht. Suchen wir halt ein anderes Auto. Wir fanden nur keins. Also erstmal zu Penny und dort unterstellen. Mit Sangria bewaffnet setzten wir uns in trockenen Momenten vors CampFM-Studio.

Wir lauschten den Klängen von Bernd am Grill und dem Schlimmsten: wenn das Bier alle ist. Oh. Mein Handy hat den Geist aufgegeben. Komplett. Ich vermute einen Wasserschaden. Schade, hatte einige schöne Fotos darauf, die nun leider verloren sind. Durch den Matsch wateten wir hin und wieder auch umher, bis wir uns dazu entschieden, uns zurück zum Zelt zu begeben. Dort war alles super. Nur Pavel fehlte uns. Der Himmel klarte auf. Wir nutzten die Gunst der Stunde und grillten.

Oh. Schon so spät. Gleich spielen Schmutzki! Auf zum Festivalgelände! Ähm. Sollten die nicht schon auf haben? War wohl nicht so. Der Einlass verschob sich. In der Zwischenzeit drang durch, dass die White Stage nicht mehr bespielbar sei. Außerdem fielen alle Bands, die vor 16 Uhr spielten ersatzlos aus. Schmutzki-Fans, von denen es sehr viele gab, waren geknickt. Wir saßen jetzt auch schon eine Stunde lang auf der Wiese und warteten auf Einlass. Waren dann doch nochmal einkaufen, hörten auf dem Rückweg Royal Republic aus der Ferne, während wir Bier und Wasser schleppten. Nach kurzer Erholungspause auf dem Campingplatz wollten wir los zu Jennifer Rostock. Wir wunderten uns, wieso dieser Security-Mann niemanden mehr auf den Campingplatz ließ. Schnell stellte sich heraus: Unwetterwarnung. Festivalgelände wurde kontrolliert geräumt. Ab ins Auto. Wir kamen diesmal bei netten Leuten in einem VW-Bus unter.

Die Unwetterwarnung sorgte nun dafür, dass alle Bands zwischen 18 und 20 Uhr ebenfalls ersatzlos gestrichen wurden. Im Streichen war das Hurricane bis jetzt wirklich gut. Ich war traurig, weil das hieß, dass Eskimo Callboy ebenfalls ausfielen. Aber nein! Die Gemeinde Scheeßel hat eine Sondergenehmigung erteilt, sodass eine Stunde länger gespielt werden durfte und sich die letzten Bands nur verschoben. Juhu!

Also schnell zum Festivalgelände spurten. Ein bisschen was will man doch noch sehen. Hier mussten wir allerdings auch noch länger warten, als geplant, kamen dann aber doch noch rein. Ab zur Red Stage. Eskimo Callboy spielten. Ein Mann mit Bunnykopf heizte der Menge vorher etwas ein. Ich fand’s großartig da. Jan wohl nicht unbedingt. Ich glaube aber ich hätte es noch besser gefunden, wenn ich weiter vorne gestanden hätte.

War nur irgendwie recht schnell vorbei, weil sie unter Zeitdruck standen. Zum Schluss gab es also nur ein kleines Medley, dann war’s auch schon wieder vorbei. Schnell was schnabulieren, nebenbei lief nämlich nix, was wir sehen wollten. Noch schnell ein Bier geholt und ans Riesenrad gesetzt um ein wenig Annenmaykantereit zu lauschen.

Danach ging es aber ab. Ihr könnt aus unseren Fehlern hoffentlich lernen. Wir wollen doch alle bloß ‘nen Job und dann sterben. Trailerpark leiten ihr Konzert mit einer Akustik-Klavier-Version von »bleib in der schule« ein. Wunderschön. War Fan. Wenn du einer dieser Menschen bist, der bei bitterbösen Texten auf die Bremse trittt, ist das die falsche Band für Dich, denn die sind sexualethisch desorientiert und zeigen Dir beim ersten Date ihre Pokémon-Karten. Pikachu, Mewtu, Enton, Zapdos, Schiggi, Glurak, erste Edition. Oh. Sie haben uns erwähnt! Nebenbei bemerkt wirkten die Jungs um Alligatoah auf der Bühne etwas wirr. Als hätte es hinter der Bühne schon ein oder zwei Bier gegeben.

Wir mussten nun aber rüber zur Green Stage. Warum? Ganz klar: Rammstein. Musste ich Jan zu zwingen. Wir standen seitlich, recht weit weg neben einer großen Matschpfütze – ja okay, dass man neben einer Matschpfütze steht war jetzt keine Seltenheit. Wir warteten. Pünktlich begann die Show mit einem Knall. Und Feuerwerk. Piffpaff. Bangbang. Ja, nein, Rammstein! Und jetzt stehst Du da unter der Laterne. Und ich tu Dir weh. Tut mir nicht leid. Denn das tut Dir gut. Bangbang. Feuer frei! Zwischendurch immer wieder Explosionen.

Ich konnte die Outfits nur nicht ganz zuordnen. Was sollte das darstellen? Warum mache ich mir darüber eigentlich Gedanken? Die Outfits waren bei ihrem letzten Auftritt auf dem Hurricane 2013 ja schon sehr skurril. Eins. Hier kommt die Sonne. Zwei. Hier kommt die Sonne. Drei. Sie ist der hellste Stern von allen. Ziemlich verrückte Show. Ziemlich verrückte Lichtinstallationen. Vorbei. »Wir waren Rammstein! Und eins noch: Richard hat heute Geburtstag!«, sagte Til. Und dann standen diese harten Rocker da auf der Bühne und tranken prickelnden Schaumwein.

Die Zugaben – unter anderem »amerika« – hörten wir von weiter weg. Wir gingen nämlich noch kurz zu K.I.Z., um uns etwas Urlaub für unser Gehirn zu gönnen. Jan fand die Rammstein-Show übrigens gut. Zur Musik wiederum hat er keine Meinung. Verrückt, sowas hab ich ja noch nie gehört. Nun noch fix duschen gehen, danach fühlt man sich immer besser. Dachten sich wohl viele. Die Duschen waren ziemlich überfüllt. Wir kamen gerade so rechtzeitig, nicht warten zu müssen. Dann ging es aber schon wieder ins Bett, immerhin war die vorherige Nacht nicht sehr lang.

Der Samstag ist schnell zusammengefasst: Unwetterwarnung. Erst sollte das Gelände um 15 Uhr eröffnen. Also drei Stunden später als geplant. Dann um 17 Uhr. Wir entschieden uns aber vorher schon, die Zelte abzubrechen und nach Hause zu fahren. Die Müllpfandstation war wegen Überschwemmung geschlossen. Wir liefen an Autos vorbei, die bis zur unteren Türkante in Pfützen standen. Wir schleppten unseren Hackenporsche durch den Matsch. Klappte mehr oder minder gut.

Es reisten übrigens echt viele Leute ab. Zuhause angekommen warfen wir uns erstmal auf die Couch. Und schliefen ein. Eigentlich wollten wir später wieder nach Scheeßel fahren. Inzwischen wurde bekannt, dass neben der White Stage auch die Red Stage nicht mehr bespielbar ist. Die Motivation sank dadurch ein wenig, sich nochmal auf den Weg zu machen. Hätte sich aber auch nicht gelohnt, da der gesamte Tag gegen 20 Uhr abgesagt wurde. Also ab unter die Dusche und ins kuschelige Bett.

Am Sonntag machten wir – Glumanda und Pikachu – uns gegen Mittag auf den Weg zurück nach Scheeßel. Wir waren nicht die einzigen, denn man traf auf recht viele junge Leute, die sich ihr Tetrapak mit Gaffatape umgeschnallt haben. Auch der Metronom war recht voll. In Scheeßel angekommen spurteten wir zum Hurricane, ich wollte mir die Subways angucken. Be my little Rock’n’Roll-Queen. We don’t need Money, to have a good Time. Come on! Sehr süß fand ich, dass sie sich immer wieder in einigen Textzeilen auf Deutsch versuchten.

Und erstaunlich auch, für wen Billy so alles Songtexte schreibt. Ein sehr persönliches Konzert war das. Sehr sympathsche Rocker. Wir trafen Lisa & Co. Es ist übrigens auch wirklich voll für die Uhrzeit: 15 Uhr. Gefühlt schaffen das nur die Subways. Übrigens sind die Red und sogar die White Stage wieder geöffnet! Damit hätte wohl keiner gerechnet! Der ganze coole Merchkram war leider schon ausverkauft. Natürlich. Leider habe ich mich in den Turnbeutel verliebt, somit ärgere ich mich ein wenig, dass ich nicht schneller war. Auch sehr schön war der »20th Anniversary Fox«-Pulli, im Style des »20th Century Fox«-Logos.

Kurz bei der Blue Stage bei den Österreichern von Wanda vorbeigeschaut, mussten wir auch schon wieder zurück zur Green Stage, wegen Bosse. Den wollten wir sehen. Habe ich schon häufiger gesehen. Ich mag den. So oder so oder so. Zuerst kommt das Meer, dann der Strand, dahinter die Dünen, dann ein Stand, an dem es das beste Bier der Welt gibt! Übrigens ist es echt faszinierend, wie trocken das Gelände am Sonntag wieder war. da hat das gesamte Team in Zusammenarbeit mit dem THW wirklich grandiose Arbeit geleistet. Danke!

Nach Bosse aßen wir kurz etwas, ehe wir uns mit allen anderen wieder bei Two Door Cinema Club trafen. Wieder nur recht weit hinten. Dieses Festival wollte ich nicht vorne stehen, wollte nämlich nicht im Schlick versinken. Ich tanzte zu den Indie-Klängen der Nordiren und hatte wirklich Spaß. Wenn jemand wirklich gute Stimmung verbreitet, dann die Jungs von Two Door Cinema Club.

Bloc Party auf der Green Stage. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht so viele Lieder von denen kenne. Es war trotzdem gut. »helicopter«, ein Lied, das ich leider nicht mehr hören kann, ohne an Cros »rockstar« zu denken. Argh. Es ist übrigens ziemlich war in so einem Pokémon-Jumpsuit. Trotzdem macht der Sonntag wettertechnisch einiges der vergangenen Tage wieder wett.

Deichkind! Wir wollten Deichkind sehen. Also zurück zur Blue Stage! Ein bisschen abgehen. Ein bisschen feiern. Ein bisschen tanzen. Danach stand uns der Sinn. Gesagt. getan. Wieder weiter hinten standen wir an der Blue Stage und harrten der Dinge. Vor allem war ich auf die Bühnenshow gespannt. Denn die hat’s auf dem Southside komplett zerlegt, sollte aber über Nacht von netten Handwerkern wieder fit gemacht worden sein. Schien auch so. Leider geil. Denken sie groß! Party-Hedonismus vom Feinsten! Sind wir schon am Limit?! Nein, wir rollen das Fass rein! P O W zu E zu R, nach vorn und bis zum geht nicht mehr machen wir Krawall Remmi Demmi. Yippi Yippi Yeah! Ich war erschöpft.

Mumford & Sons konnten wir jetzt leider nur im vorbeigehen hören, da wir sonst unseren letzten Zug verpasst hätten. Natürlich waren die schön! Viel mitbekommen habe ich aber leider nicht. Schade. Naja, vielleicht sind sie ja demnächst noch mal in meiner Nähe. Der Heimweg war okay. In Hamburg kehrten wir noch kurz bei McDonald’s ein, wo Jan, der alte Vegetarier, sich einen Veggie Clubhouse orderte. Den bekam er auch. Allerdings mit Bacon garniert. Wie nett. Das war also das Ende eines sehr chaotisches Festivals.

Was sage ich nun zum Jubiläum? Nun ja, es hätte besser sein können. Für das Wetter kann niemand was. Und auch wenn es wirklich ätzend ist, Ewigkeiten im Auto auszuharren, ist Vorsicht dennoch besser als Nachsicht, immerhin wurde in Scheeßel so niemand verletzt – im Gegensatz zum Southside. Da bleib ich dann auch gerne mal im Auto sitzen. Allerdings hätte ich mir wirklich gewünscht, dass die Bands, die ausfallen, eine Chance bekommen hätten, ihren Auftritt nachzuholen – und sei es um 5 Uhr morgens.

Immerhin sind so viele abgesagte Gigs nicht nur doof für uns, sondern auch für die Acts. Ich weiß natürlich nicht, ob das so möglich gewesen wäre. Anscheinend ja nicht. Dann hätte ich mir wenigstens einen gratis Edding gewünscht, um die ausgefallenen Acts auf dem Merchandise durchstreichen zu können. Ich hab das mal simuliert.

Nebenbei bemerkt: Danke, euch Jungs und Mädels, dass ihr alles gegeben habt, um das Festival dennoch einigermaßen sicher, erträglich und spaßig zu machen.

Jedenfalls hat das Hurricane Festival zu seinem 20. Geburtstag definitiv mit dem wohl passendsten Wetter zu kämpfen: Sturm, Regen und Gewitter, wie bei einem Hurricane eben. Ich bin mir tatsächlich noch nicht sicher, ob ich nächstes Jahr nochmal vorbeischauen will. Einerseits ja, andererseits nein. Vielleicht mach ich’s dann aber auch so wie dieses Jahr: einfach pendeln. Dann hat man keinen Campingstress und kann trotzdem viele Bands sehen. Mal sehen.

*reserviert sich Tickets fürs nächste Jahr*

Warst Du dieses Jahr auch im #HurricaneSwimTeam? Ich würde mich freuen noch andere Eindrücke des diesjährigen Festivals zu lesen – sehr gerne auch in den Kommentaren.

Hurricane 2016: Es war nicht alles schlecht.

5 (100%) | 3 Bewertungen


9 Comments

  • […] Ein Unwetter zieht auf. Natürlich. Sonst wäre es ja auch nicht das Wochenende des Hurricane Festivals. Es mutete zunächst wirklich krass an, doch dann legte es sich doch wieder relativ schnell. Somit fiel das Hurricane 2017 nicht ins Wasser – im Gegensatz zu letztem Jahr! […]

  • […] Sonntag. Jubiläen und Scheeßel harmonieren anscheinend nur bedingt – zeigte sich ja bereits zum 20. Hurricane vor zwei […]

  • […] berichtete euch vor fast zwei Jahren bereits davon, dass das 20. Hurricane Festival mein allererstes Festivalbändchen aus dem Jahre 2009 zerstörte. Damals war ich fest davon […]

  • […] gesehen. Auf keinem Festival habe ich mir den Auftritt entgehen lassen – okay doch, zwangsläufig auf dem Hurricane 2016, das war aber dem Wetter und der Festivalunterbrechung geschuldet! Ich stand häufig ganz vorne, […]

  • […] gefiel es sehr. Die Band wirkt auf Club-Konzerten um einiges mehr als auf Festivals. Gut, auf dem Hurricane 2016 waren sie auch ziemlich gut, aber gestern kamen sie um einiges besser […]

  • Gegenüber sagt:

    Ich finde spannend, dass man euch gesagt hat ihr sollt in die Autos gehen. Das hat auf den normalen Campingplatz niemand getan. Abgesehen davon, dass wir auf den Weg dahin vermutlich schon drei mal ertrunken und vier mal von Blitz getroffen worden wären …
    Der Krankenwagen hat sich Donnerstag Nacht auch sage und schreibe 50 Minuten Zeit gelassen obwohl er wirklich dringend gebraucht wurde. Am Ende mussten wir das Mädchen trotzdem selbst im dunkeln durch den Schlamm und über gespannte Zeltleinen dahin tragen. Die Polizei wollte übrigens auch weder Freund noch Helfer sein.

    Aber alles in allem hatte ich trotzdem ein schönes Wochenende. Sonntag war definitiv eine Entschädigung aber ich bin sehr froh, dass ich Samstag Nacht frisch geduscht zuhause in meinem trockenen Bett geschlafen habe!

    • Oh ernsthaft? Okay, uns hat auch keiner direkt gesagt, dass wir Schutz in den Autos suchen sollen. Die Hurricane-App hat die Warnmeldung bei uns immer gepusht – wenn auch nicht bei jedem – und CampFM hat ebenfalls darüber informiert, wenn man allerdings kein Handy/Radio dabei hatte, tappte man ziemlich im dunkeln, das stimmt.

      Und das mit dem Krankenwagen ist defintiv scheiße, aber Du musst auch bedenken, dass für die wirklich erschwerte Bedingungen herrschten: betrunkene Leute im Weg, Matsch, andere verletzte, die Umstände waren dieses Jahr nicht die besten. Auch wenn 50 Min. echt verdammt lange sind. Bei mir war die Polizei recht hilfsbereit. Vielleicht liegt das aber auch wirklich am Green Camp, weil da nicht ganz so viele Chaoten rumlaufen. Ich hoffe aber, Deiner Freundin geht’s wieder gut!

      Über die Dusche zuhause am Samstag habe ich mich übrigens auch sehr doll gefreut!

  • Rene Springmann sagt:

    Ich hab von Zuhause aus immer wieder die Meldungen mitverfolgt und mit euch getrauert, wenn wieder mal Unwetterwarnung rausgegeben wurden, oder Bands abgesagt wurden. Schade, hätte gerne mehr im Stream gesehen, aber das kann man wohl nicht ändern. Klingt aber trotzdem irgendwie nach einem gelungenen Wochenende.

Leave a Reply

Kurze Info: Diese Seite verwendet Cookies. Mehr über Cookies erfährst Du in den Datenschutzhinweisen. Außerdem analysiere ich – anonymisiert –, welche Seiten Du aufrufst. Okay!
468