Da steh ich gestern in der U-Bahn und freute mich auf einen entspannten Abend, als Facebook mir ein spontanes Gratis-Konzert von Madsen in die Timeline spülte. Im und vorm Knust. Da musste ich natürlich hin! 

Ich schnappte mir Vivi. Wir beide hetzten uns ab, um uns vor dem Konzert noch frisch zu machen. Halb sieben sollte es beginnen. Das schafften wir beide nicht ganz. Machte aber nichts, denn es ging eh erst nach dem WM-Spiel Polen–Senegal los. Das wurde nämlich übertragen, als wir am Lattenplatz ankamen.

Wir waren etwas irritiert von der enorm langen Schlange vor dem Knust – seit wann stehen die Leute bei Großveranstaltungen eigentlich in einer Schlange? Wir schlichen uns einfach daran vorbei, um die Lage zu sondieren. Bei der Menschenmenge kommen wir eh nicht mehr rein, also entschieden wir uns dazu, draußen zu bleiben. Hier war eine Leinwand und ein Lautsprecher. Über das Wetter konnten wir uns auch nicht beklagen. Was will man mehr. Eine sehr gute Einstimmung auf das Hurricane.

Zuletzt habe ich Madsen auf dem Deichbrand gesehen. Das ist fast fünf Jahre her. Wie die Zeit rennt! Wahnsinn. Was ich an diesem Abend auch erfuhr: das neue Album »Lichtjahre« ist bereits seit Freitag draußen. Argh! Ich dachte, das kommt erst diese Woche raus. Nun ja, manchmal irrt man sich. Da saßen wir also auf dem Lattenplatz. Dauerte nach dem Spiel auch nicht lange, ehe Musik spielte. Vielleicht ist das der Anfang, vielleicht ist das das Ende. Hört ihr die Sirenen?

Wir können überall hin. Setz die Segel, mach Dich bereit. Wenn Du da draußen bist. Wir haben Rückenwind! Der Bildschirm war nicht der beste. Leider. Der Ton war bei den Liedern gut. Allerdings habe ich die Schnacks zwischen den Songs absolut nichts verstanden. Du bist perfekt! Makellos! Du bist besser als gut! Du bist die Perfektion! Das Publikum vor dem Club gab sich erst recht verhalten, hier machten sie aber doch mit. Aus tiefstem Herzen!

Inzwischen habe ich mir das neue Album natürlich angehört. Gefällt mir gut. Mir war auch gar nicht so bewusst, dass man sogar recht viele Lieder von »Lichtjahre« bereits kennt. Urplötzlich fanden wir uns gestern übrigens auf einem Mia-Konzert wieder: Mein hungriges Herz durchfährt ein bittersüßer Schmerz! Ich mag die Version. Rock verleiht dem Ganzen eine ganz andere Note.

Und da wir schon auf Abwege geraten sind, kann man sich ja nochmal richtig verirren: Klaus Lage war am Start! 1.000 Mal berührt. 1.000 Mal ist nichts passiert! Trotzdem frage ich Dich: Wie sieht’s aus? Kommst du mit? Kommst Du mit zu mir? Im Kühlschrank steht noch Bier. Und der Abend ist noch lang. Aber: ich bin kein Mann für eine Nacht! Kurzzeitig stand Sebastian draußen. Einfach so unvermittelt. Yay!

Du schreibst Geschichte! An jedem Tag! Ekstase breitete sich aus. Pogo! What is Love? Ganz klar: Love is a Killer dressed in black! Was übrigens krass ist – und jetzt fühle ich mich alt: diese Band existiert bereits seit 14 Jahren. Das entspricht der Hälfte meines Lebens! Du warst mein erstes Lied! Es ist das, was von Dir blieb. Ein Lied, das man nie vergisst. Ich will, dass Du weißt, wo immer Du auch bist: Es bleibt für immer was es ist. Ein Lied für Dich!

Ich habe mich übrigens wirklich über dieses Konzert gefreut. Wollte Madsen nämlich schon lange mal wieder live sehen. Theoretisch wäre das auch möglich – denn sie spielen ja auf dem Hurricane, das Gratis -Konzert wurde bloß sehr geschickt als Probe getarnt –, allerdings ist es äußerst fraglich, ob wir am Samstag um 18 Uhr bereits in Scheeßel sind.

Es sollte übrigens viel mehr Konzerte dieser Art geben: spontan und draußen. Wie vor zwei Jahren bei OK Kid – ebenfalls am Lattenplatz. Das war cool. Sowas ist sympathisch und vermittelt nochmal eine ganz andere Stimmung. Grandios! Oh nein. Schon wieder Samstag. Ich hasse diese Ausgehpflicht! Ich weigere mich! Zumindest heute.

Denn das ist jetzt der Moment, in dem alles endet und neu beginnt. Wohin wollen wir jetzt gehen? Noch nie war es so schön, im Dunkeln zu stehen. Du stehst verlegen an der Bar, hörst diesen Song und dir wird klar: Lass die Musik an! Die Menge rastete nochmal vollkommen aus! Ein Teil von Madsen ließ sich auch nochmal kurz draußen blicken.

Weißt Du noch, als das alles egal war? Als wir mit den Fahrrädern nach Hause fuhr’n. Und das einzig wichtige die Sommerferien war’n? Wir wollten nie erwachsen sein und der Sommer war orange. Ein schöner lebensbejahender Abschluss. Schön. War ein wirklich guter und spontaner Abend. Nächstes mal gerne draußen. Aber gerne wieder!

Im Kühlschrank steht noch Bier!

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