Eines der emotionalsten Konzerte, die ich je besucht habe. Es war Sonntag, der 13. Mai 2018. Vor der Columbiahalle in Berlin stapeln sich die Menschen. Berlin? Ja. Wir sind extra nach Berlin gefahren. Nur, um Jennifer Rostock gebührend zu verabschieden!

Vor einer Woche fanden wir uns in der restlos ausverkauften Columbiahalle wieder. Zum dritten Mal in Folge war die Hütte brechend voll! Das bedeutet, dass 10.500 Menschen sich diesen Abschied nicht entgehen lassen wollten! Das ist echt viel! Und wir waren dabei! Konnten uns sogar noch den besten Fanbecher überhaupt – in Hamburg gab es den leider nicht – ergaunern: »Ich seh so viele Männer und so wenig Eier!«

 
 
 

Ich finde es wirklich schade, dass Jennifer Rostock jetzt einfach so aufhören! Ja ich weiß, es ist nur eine Pause – auf unbestimmte Zeit. Das kann auch heißen, dass sich diese Pause über dreißig Jahre erstreckt! Ich hoffe ja wohl nicht! Immerhin bin ich mit dieser Band aufgewachsen. Mit Songs, die erstaunlicherweise immer wie die Faust aufs Auge zu meiner aktuellen Situation passten.

Keine Band habe ich häufiger live gesehen. Auf keinem Festival habe ich mir den Auftritt entgehen lassen – okay doch, zwangsläufig auf dem Hurricane 2016, das war aber dem Wetter und der Festivalunterbrechung geschuldet! Ich stand häufig ganz vorne, auch wenn parallel eine andere Band spielte, die ich noch nicht gesehen habe. Irgendwie konnte ich einfach nicht anders. Jennifer Rostock war Pflicht.

 
 
 

Als Vorband hatten die fünf (sechs) Bandmitglieder Grossstadtgeflüster im Gepäck. Gute Wahl. Immerhin machen die beiden wirklich gute Laune! Alle Klassiker waren am Start, das Publikum konnte sehr gut mitsingen! Toll. Einfach toll! Ich wartete auf »keine Macht den Profis«, kam aber leider nicht.

Wie die Show ablief, habe ich Dir ja bereits in der Alsterdorfer Sporthalle berichtet. Daher spare ich mir hier einfach die Details. Es war halt emotional. Jennifer musste direkt nach dem ersten Song aufgrund des überwältigenden Publikumechos weinen. Oh man. Ich fühle mit ihr. So eine Powerfrau, die trotzdem so viele Emotionen zeigt. Einfach gut. Perfekte Mischung. Großartig. Ich war auch etwas wehmütig. War immerhin erstmal das letzte Konzert.

 
 
 

Ich weiß noch genau, damals bei der »*_*« Tour, außerhalb eines Albums, da war ich live bei Joes Antrag dabei. Wie romantisch – und eigentlich steh ich gar nicht auf solchen Kitsch. Danach, bei der Autogrammstunde bei Saturn – natürlich war ich da – gab es freche Bemerkungen von der Band an mich. Ich mag frech. Freche Menschen sind in meinen Augen ja auch immer direkt noch sympathischer.

Meine Begeisterung war ungetrübt. Kaum ein Song, der mir nicht gefiel. Ich bin mit dieser Band erwachsen geworden – und die Band mit mir. Die Entwicklung von »Teenie«-Punkrock (ja, ich weiß, das ist nicht das passendste Wort) zu wirklich ernsten und wichtigen – teilweise auch politischen – Songs ist durchaus zu spüren. Selbst zum Fernsehgarten – ich muss zugeben, ich bin ein Fan dieser sehr seichten Sonntagmorgenunterhaltung – hat es gepasst.

 
 
 

Letztes Jahr im Mehr! Theater konnte ich sogar Necim und Vivi von Jennifer Rostock begeistern. Eigentlich habe ich sie eher mitgeschleppt, so richtige Fans waren die beiden nicht. Nun ja, was soll ich sagen, das hat sich inzwischen stark geändert. Bei Necim spätestens auf dem Hurricane 2017 – die Show von 2016 musste ja nachgeholt werden. Jennifer Rostock bleiben einfach im Kopf. Die machen ihre Fresse auf. An die erinnert man sich gerne!

Oh Gott, ich weiß auch noch, als ich auf dem Deichbrand 2013 so unglaublich doll pinkeln musste (sorry für diese Anekdote), aber nicht aus dem Front-of-Stage-Bereich raus wollte. Drei Stunden habe ich da mit voller Blase ausgeharrt, nur um vorne zu stehen – man will ja auch was sehen. Und was soll ich sagen? Das Konzert war grandios. Ich habe eine Preview auf das zu dem Zeitpunkt noch unveröffentlichte Album »Schlaflos« erhaschen können. Ich freute mich vorne zu stehen. Noch mehr freute ich mich im Anschluss allerdings auf das Dixi-Klo.

 
 
 

Das Konzert war voller Emotionen, Abschieden und Danksagungen! Es flossen reichlich Tränen. Bei allen Beteiligten. Bei der Band. Beim Publikum. Beim gesamten Team. Der krönende Abschluss war die Fanaktion: über 13.000 Fangrüße an die Band – gesammelt in einem Buch. Das ist Weltrekord. Berechtigt. Allen fehlten etwas die Worte. Melancholie machte sich breit. Denn es neigte sich alles nun wirklich dem Ende entgegen.

Es war ein Abend voller Überraschungen! »Keine Macht den Profis« wurde natürlich gespielt – nichts anderes habe ich erwartet. Selbst Alex war beim Finale am Start! Babypause hin oder her, das konnte er sich dann doch nicht entgehen lassen! Schön war’s. Wirklich schön. Und dann auch wirklich schnell vorbei. Ich bin gespannt auf die einzelnen Projekte, die jetzt anstehen. Und zum Glück ist das ganze nur ein Abschied auf Zeit!

Trotzdem: Danke für die tolle Zeit mit euch, Jennifer Rostock! ❤

Zeit ist ein Hurensohn.
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